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Spielbericht vom 28.09.2006 – Stammeskämpfe-Abend

von Mario Haßler, 29.09.2006 - 20:00 – Spielbericht · Multiplayer

Im Vorfeld gab es einige Diskussionen: zuerst um die Regeln selbst, die wir dann irgendwann probehalber festgehalten haben; dann um das Erlauben aller oder Ausschließen bestimmter Kreaturentypen. Während manche keine hochgezüchteten Goblin- und Elfendecks und erst recht keine von alleine laufenden Remasuridecks sehen wollten, waren andere genau darauf gespannt, was passiert, wenn Elfen auf Zombies treffen, Goblins auf Soldaten, Engel auf Drachen, Vampire auf Ratten oder Kleriker auf Bestien. Der Kompromiss sah vor, zunächst alles zuzulassen und dann bei Bedarf die Decks vor Ort nach Gutdünken in "erste Liga" und "zweite Liga" einzuteilen, damit nicht unbedingt Remasuris auf Affen treffen. Und heute kann er dann endlich stattfinden, unser erster Stammeskämpfe-Abend!

Mit dabei ist Oli, der vor rund einem Jahr auch schon mal mitgespielt hat, und mit ihm sind wir acht Spieler, die sich auf zwei Tische verteilen. Am kleinen Tisch spielen Axel, Gert, Manuel und Siegfried, die sich bevorzugt an den "Randgruppen"-Kreaturentypen versuchen wollen. (Davon liegt kein Spielbericht vor.)

Am großen Tisch setzen sich Matze, Oli, Mario und Stefan zum "Zwei-Fronten-Magic" zusammen, wo es keine Einschränkungen hinsichtlich der erlaubten Stämme geben soll. Das erste Spiel wird zunächst von den schwarzen Schrecken unter Matzes Führung dominiert. Der Start ist wahrlich erschreckend: erste Runde Schwarzer Ritus für einen Verborgener Schrecken, abgeworfen wird ein Krovikanischer Schrecken. Letzterer macht sich auch gut mit einem Phyrexianischen Verneiner, der bald darauf folgt, und so marschieren die Schrecken los, um Schrecken zu verbreiten. Einhalt gewähren erst die Insekten von Oli, die ihnen die Lyskavermaden mit vier +1/+1-Marken ausgestattet in den Weg stellen. Diese überleben auch Den Schwarzen Tod, den Oli unter allem verbreitet, was da kreucht und fleucht. Das räumt den Tisch ab, sorgt aber auch dafür, dass die bisherigen Hauptakteure mit jeweils nur noch einem Lebenspunkt stark geschwächt dastehen. Bis zum Tod ist es nur noch ein kleiner Schritt: Matze opfert einen Krovikanischen Schrecken, um Olis Lebenslicht auszuknipsen, dieser verteilt daraufhin einen weiteren Rundumschaden Des Schwarzen Tods und Schrecken und Insekten sind Geschichte. Zeit für Stefans Ritter, sich mit Marios Samurai des "Dojokun" zu messen. Hier wird zunächst verhaftet: Ein Benalischer Ritter wird von Mario festgenommen, Stefan tut desgleichen mit Marios In Schuld stehendem Samurai. Ein Ronin-Höhlenhüter sichert kurzzeitig den Vorsprung für die Samurai, dann bekommen die Ritter Unterstützung von einem Alabasterdrachen (bekämpfen die sowas nicht eher...?). Der wird aber sogleich gezüchtigt, und dann sind die Samurai kaum noch aufzuhalten. Ein Abweisender Wachturm kann den ersten Ansturm – nun ja, eben abweisen, aber dann kommen zwei eilige Yamazaki-Brüder nach und machen das Spiel klar – Sieg für Marios Samurai.

Oli erklärt, dass er nur dieses schwarze Insektendeck dabei hat, insofern ist klar, was da zu erwarten ist. Bei Stefan ist es nicht ganz so eindeutig, zuerst sieht es nach Druiden aus, aber später setzen sich doch Zentauren durch. Bei Mario breiten sich die Elfen aus dem Deck "Rascheln im Drahtholzwald" aus; ein Quellenrufer sorgt für Lebenspunktegewinn, zwei Holzwart-Elfen bilden eine brauchbare Absicherung, zumal die Drahtholzwald-Unterkunft jeden davon unterstützt. Letztere fällt jedoch bald Stefans Dauerfrost zum Opfer. Die von Matze angeführten Sceadas geben zwei ihrer Küken her, um eine von Stefan initiierte, schleichende Landzerstörung durch Kudzu zu verhindern. Wenn diese wenigstens die Kabbalisten-Schatzkammern von Oli abgeräumt hätte, wäre er sicher weniger gut ins Spiel gekommen. So aber entmorpht er einen Bann alles Lebens für 2 und macht dadurch den Tisch wieder übersichtlicher. Vom Neuaufbau würde Matze gern in Rhystischem Studium profitieren, tatsächlich ist aber jeder Spieler willens und in der Lage, die Extrakosten zu bezahlen – oder es kommt, wie bei Mario, aufgrund von Manaproblemen erst gar nicht dazu, dass etwas gespielt wird. Mit der Tarnung der Dunkelheit verstärkt Oli alle Insekten, wovon überraschenderweise auch Stefans Advokat des Annullierens profitiert. Doch auch Olis Nantukohülle brüstet sich – ganz unüblich – damit, ein Insekt zu sein, und in mehreren Angriffswellen bringen die schwarzen Insekten von Oli und das grüne Insekt von Stefan (verstärkt mit einem Rudelführer-Status) Marios Lebenspunkte vom zwischenzeitlichen Höchststand 30 auf 0. Matze errichtet einen Ewigen Ausgleich, ebenfalls ohne diesen zunächst nutzen zu können, und dann hat Oli wieder Den Schwarzen Tod zur Hand und räumt das Spielfeld leer. Erste Stimmen werden laut, dass diese Karte der Killer in einem durch Kreaturen bestimmten Spielformat ist, aber erst einmal hat sich Oli auch selbst gut geschröpft und ist bei einem Lebenspunkt angekommen. Stefan geht da auf Nummer sicher und lässt seinen frischen Advokat des Annullierens Oli überrennen, wobei dieser im Abgang noch mal eben 10 Schaden per Schwarzem Tod verteilt, um das Endspiel abzukürzen. Endlich kommen auch Matzes Sceadas ins Spiel, und zwar auf beeindruckende Weise: Nicht weniger als drei Wandernde Sceadas betreten in ein und demselben Zug die Bildfläche, und einem reicht Matze ein Schwert aus Feuer und Eis. So ist Stefan ruckzuck bezwungen und das Spiel geht an Matzes Sceadas – sie kamen spät, aber gewaltig.

Die Nüssesammlerfraktion gibt sich im nächsten Spiel bei Stefan ein Stelldichein, gleich zwei Eichhörnchenhorden machen frühen Druck auf Mario, dessen Ratten aus dem Deck "Ein Fall für den Kammerjäger" so gar nicht recht wollen. Immerhin können die Eichhörnchenhorden durch Blocken und Terror entsorgt werden. Mehr auf den Kampf durch magische Kräfte haben sich Matzes Zauberer verlegt, und der Oberzauberer macht gleich die Vormachtstellung in dieser Hinsicht sehr deutlich. Oli gelingt es zwar, eine Tarnung der Dunkelheit für Insekten zu errichten, aber dann bereinigt Matze den Tisch von allem Schwarzen durch Wegschwemmen, wodurch auch Mario betroffen ist. Die Zauberer bekommen mit Azami, Herrin der Spruchrollen Verstärkung, und so sind die anderen Spieler diesmal durchaus froh, dass Oli wieder Den Schwarzen Tod herbeiführen und das Spielfeld abräumen kann. Am schnellsten kommen die Eichhörnchen wieder ins Spiel, zumal Stefan mit Eichhörnchentreiber, Schädelstrammer und dem Schmelztiegel der Welten eine hübsche Kombo auffährt. Oli hält mit Dem Schwarzen Tod dagegen und lässt nebenher seine Insekten Mario bearbeiten. Der ist von Manaproblemen gebeutelt und erliegt bald den Angriffen, aber nicht viel später folgen Stefan und schließlich Matze, und Olis Insekten gewinnen das Spiel.

Die eher unscheinbaren Chimären haben unter Stefans Anleitung einen glanzvollen Auftritt im vierten Spiel. Das heißt eigentlich betrifft es eher das Drumherum, denn nach Kristallader, Sonnenring und Finsterem Monolith sehen wir einen Metallarbeiter in Runde 1. Und während sich hier nach und nach die Chimären zum Angriff gegen Matze versammeln und Oli nach der obligatorischen Tarnung der Dunkelheit eine Nantukohülle gegen den gleichen Gegner schickt, werden bei Matze abermals die Zauberer immer mehr, die Lebenspunkte jedoch immer weniger. Marios Deck "Bestialisch" bereitet mit der Drahtholzwald-Wilden den Auftritt der Bestien vor und kann schließlich Stefans Metallarbeiter an den Umkämpften Klippen zerschellen lassen. Die Angriffe gegen die Zauberer sind jedoch erfolgreich, Matze lebt als Erster ab, und sogleich stürzen sich die dank Blechflügelchimäre fliegenden Artefaktkreaturen auf Oli. Dem haben seine Insekten wenig entgegenzusetzen, und so ist auch er bald bezwungen. An den Bestien beißen sie sich jedoch die metallischen Zähne aus; hier sind nicht nur die stärkeren Kreaturen, sondern mittlerweile auch zwei Umkämpfte Klippen, die Lücken in die Chimärenfront schlagen. Bald sind alle potenziellen Blocker entsorgt, und ungehindert setzen nun Angriffe Stefan zu. Er hat keine Chance mehr, Marios Bestien triumphieren.

Matze versucht sich noch einmal an seinem Sceadadeck, allerdings muss er nach mehreren Mulligans mit einer deutlich kleineren Starthand zufrieden sein. Schließlich kommt ein Sceadaküken, ausgestattet mit einem Schwert aus Feuer und Eis, aber dann ist es auch schon zu spät. Die von Stefan angeführten Barbaren haben Matze schon zu sehr zugesetzt, und schließlich sorgt Balthor der Beleibte dafür, dass der Ausgeflippte Plünderer eine tödliche Schlagkraft entwickelt – Matze erliegt den Angriffen. Oli hat sich das Deck "Ein Fall für den Kammerjäger" von Mario ausgeliehen, bringt erst ein paar kleinere Ratten ins Spiel und verstärkt sie dann mit dem Mondschatten. Bei Mario versammeln sich derweil die Kleriker des "Pfaffen"-Decks, und als der Prophet der Ahnin den fünften seiner Art um sich scharen will, bereitet Oli den Lebenspunkteträumen per Terror ein Ende. Insgesamt halten sich die Kräfte zwischen Barbaren, Ratten und Klerikern eine Zeitlang die Waage, nach einem langsamen Spielaufbau sehen wir u. a. den Patron der Nezumi, und dann scheint erst einmal ein Stillstand erreicht. Die eingefahrene Spielsituation können schließlich die Kleriker am besten nutzen; ihre Gottlosen Gebete schicken den Barbarenanführer Stefan ins Jenseits, und dann sorgt der Kabbalisten-Archon durch Opfern für Olis Tod – Sieg für Marios Kleriker.

Matze hat in der Zwischenzeit den Tisch gewechselt, es verbleiben Stefan, Oli und Mario zum "Zwei-Fronten-Magic". Das sechste Spiel wird kurz; Stefan gibt seinen Barbaren eine weitere Chance, Oli hat die Führung der Myrs aus Marios Deck "Magic Meier" übernommen, und Mario lässt die Remasuris tanzen. Damit hat er schnell zwei Gegner gegen sich, zumal der Start mit Geflügelter Remasuri, Muskelremasuri und dann Kristalliner Remasuri geradezu traumhaft ist. Stefan kann mit Kreaturen-Direktschaden sticheln, Oli fährt mit der Sternenbrut stärkere Geschütze auf, doch das wird alles zur Makulatur, als Mario den Widerstandsgeist beschwört, mit dem Säureremasuri die Farbpalette komplett macht und fortan gegen Schaden immun ist. Darauf haben die Decks von Stefan und Oli keine Antwort parat, und so geben sich die Barbaren und Myrs den Remasuris geschlagen.

Für das letzte Spiel des Abends kommen alle verbliebenen Spieler am großen Tisch zusammen, jetzt ist "Emperor" angesagt. Das Los bestimmt Gert zum Kaiser, an seinen Seiten kämpfen Stefans Zentauren und Matzes Schrecken; gegenüber ist Mario Kaiser, er wird unterstützt von Olis Insekten und Siegfrieds Samurai. Früh bringen die Schrecken Oli in Bedrängnis, von zwei angreifenden Verborgenen Schrecken kann immerhin einer totgeblockt werden, wobei Marios Goblins mithelfen. Mit Citanul-Zentauren und Jolraels Zentaur hat Stefan zwei schwer greifbare Kameraden an der Front, aber Siegfried macht mit Ronin-Hundeführer, Kusari-Gama und Ronin-Klippenreiter wesentlich mehr Druck. Wenige Angriffe später ist Stefan bezwungen. Matze erschleicht sich auf dem Basar von Bagdad mittels zweiter Krovikanischer Schrecken einen Kartenvorteil, sein Kaiser Gert baut seine Burg mit einem Turm der Champions und einem Turm der Schicksale aus. Die Notbremse zieht Oli mit dem Bann alles Lebens, der zwar auch einige von Marios Goblins dahinrafft, letztlich aber wichtig ist, um bei Gert den Mananachschub über die Myrs zu stoppen. Das sollte zugleich eine der letzten wesentlichen Aktionen von Oli sein, denn bald darauf haben ihm Matzes Schrecken den Rest gegeben: Mit dem Gebot des Patriarchen füllt Matze die Spielfläche allerorten mit Kreaturen, wobei Laquatus' Champion mehr ist, als Oli verkraften kann. Es folgen weitere Angriffe, einerseits von Gerts Myrs auf Siegfried, andererseits von Matzes Schrecken auf Mario, und ein weiteres Gebot des Patriarchen kann wiederum Matze für seinen Vorteil nutzen. Bald unterliegt Siegfried Gerts Angriffen, und Mario sieht mit seinen Goblins keine Chance mehr und gibt auf. Sieg für Gerts Myrs, Matzes Schrecken und posthum auch Stefans Zentauren.

Fazit des Abends: So ein Stammeskämpfe-Themenabend kann wirklich viel Spaß machen, und eine etwaige Dominanz bestimmter Kreaturentypen geht nicht über das Maß hinaus, mit dem bestimmte Decks an anderen Abenden auch mal den Ton angeben können.


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