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Teil 1: Die weiten Ebenen von Rath

von Moritz Makulla, 10.01.2008 - 17:59 – Fiktion

Wey-Sa strauchelte und fiel fast vor Müdigkeit ins Gras.
Tagelang war er jetzt schon unterwegs und hatte so langsam genug von langen Wanderungen. Sein Gefährte Ray schien das nicht zu kümmern. Dynamisch wie eh und je flatterte er um ihn herum und redete auf ihn ein. "Meinst du, wir treffen Blitzlicht? Und werden sie uns nicht bestrafen, immerhin ist es uns Schattenwesen verboten,die Todessümpfe zu verlassen? Kennst du eigentlich Chila? Das ist vielleicht 'ne süße Maus, wenn du verstehst, was ich meine? Und überhaupt..." "Jetzt halt endlich mal deine verdammte Klappe!", schrie Wey-Sa wütend und der kleine Flattermann verstummte. "Du bist ja unerträglich! Ich weiß doch auch nicht, was uns erwartet, aber..." Er stockte und blinzelte. Vor ihnen auf der weiten Ebene von Rath lag nun die Stadt Silberheim, die Hauptstadt von Neu-Dominaria und die Feste des Lichts, beleuchtet von den Strahlen der Sonne . Staunend erkannte Wey-Sa die riesige beige Stadtmauer und dahinter einen gewaltigen Elfenbeinturm. Dort, so hatte er gehört, trafen sich die Oberhäupter aller Landesteile, um über Probleme und Kriege zu diskutieren. Alle, außer die Bewohner der Todessümpfe. Und genau das wollte Wey-Sa heute ändern. Der Elfenbeinturm war sein Ziel.
"Und wie gedenkst du, da rein zu kommen?", fragte Ray, als hätte er seine Gedanken gelesen. "Sie werden dich jawohl kaum mit offenen Armen empfangen." Wey-Sa warf ihm einen zornigen Blick zu. "Was schlägst du vor?" Die Fledermaus besah sich die hohen Mauern der weißen Stadt, dann antwortete sie: "Ich fand die Todessümpfe schon immer ganz gemütlich..."
"Niemand hat dich gezwungen, mitzukommen!", rief der Avatar wütend, sodass Ray irritiert zurückwich. "Bleib locker, Kumpel! Wir haben immerhin einen Auftrag. Irgendwie müssen wir uns ja reinschleichen und zu den Landesoberhäupten sprechen. Habt ihr Avatare nicht ein paar Schattentricks drauf?" Wey-Sa dachte nach. Es gab sicherlich viele Wächter auf der Mauer, wie sollte er da bloß vorbei kommen?
"Vielleicht kann ich den werten Herrschaften ja helfen", sagte eine merkwürdige Stimme hinter ihnen. Schnell wandte Wey-Sa sich um. Vor ihnen stand eine merkwürdige Gestalt, die aus flüssigem Quecksilber zu bestehen schien. "Darf ich mich vorstellen? Suraton mein Name!" Wey-Sa wich zurück. "Was meinen sie damit? Und was für eine Daseinsform sind sie eigentlich?" Die Gestalt lächelte, soweit Wey-Sa das in dem merkwürdigen Gesicht erkennen konnte, welches sich scheinbar permanent änderte und merkwürdige Formen annahm. "Ich bin ein Todesmasken-Duplikant (Death-Mask Duplicant)", sagte der Gestaltwandler, "und offen gesagt, ein ziemlicher Gauner, doch es ist auch mein Wunsch, dass die Ältesten des Schattenvolks abgesetzt werden. Wenn sie einen Krieg wollen, dann sollen sich die Kräfte des Lichts vorbereiten können." "Haben sie uns belauscht?" Suraton blickte sich verschwörerisch um, dann sagte er leise: "Ich höre dies und das, mein Freund. In meiner... Branche bin ich dazu gezwungen, ein wenig zu spionieren. Aber was ist jetzt, wollt ihr meine Hilfe oder nicht?" "Lass uns ja sagen", flüsterte Ray sofort. Wey-Sa dachte nach. "Er scheint mir nicht gerade vertrauensselig zu sein." "Aber er hats doch selbst gesagt: Er will, dass wir dem Lichtvolk Bericht erstatten!" Wey-Sa nickte langsam. "Na gut. Aber wie könnt ihr uns denn helfen?" Suraton lächelte und nahm plötzlich die Gestalt eines metallenen Engels an. "Ich habe einige Wesen in meiner Sammlung", sagte er, "und ich kann sie für eine bestimmte Zeit auf andere übertragen. Zeit genug, um in den Elfenheimpalast zu gelangen, möchte ich meinen. Also, was darfs sein? Wollt ihr vielleicht wie Llanowarelfen (Llanowar Elves) aussehen? Oder wie wär es gleich mit einem dieser Serra-Engel (Serra Angel)?" "Ähm.. hast du nichts, naja... Gewöhnliches?" Der Engel. der gerade eben noch ein Elf gewesen war, lächelte. "Wie wäre es mit einfachen Kleriker? Ihr wisst schon, diese Botschafter, die an eine sogenannte Ahnfrau glauben. Ihr könntet als Reisende durchgehen, die den Herrschern etwas Wichtiges berichten wollen!" Wey-Sa nickte überzeugt. "Also gut, das könnte jetzt etwas kribbeln!" Er streckte seine unförmigen Hände aus und berührte Ray und Wey-Sa. Der junge Avatar spürte tatsächlich ein leichtes Kribbeln, doch es hörte so schnell auf, wie es gekommen war. Als er an sich hinunter sah, glaubte er seinen Augen kaum: Er war ein Icatianischer Priester (Icatian Priest) in einem weißen Gewand. Neben ihm stand ein Ausgewählter der Ahnfrau (Ancestor's Chosen) mit einem breiten Grinsen. "Ist echt krass, Menschenarme zu haben!", sagte Ray staunend. Der Gestaltwandler trat zurück. "Diese Gestalt hält mehrere Stunden, das heißt ihr könnt euren Bericht vortragen und dann schnell verschwinden." "Danke", sagte Wey-Sa, "und was erwartet ihr als Gegenleistung?" Suraton winkte ab. "Solange ihr das Lichtvolk in Bereitschaft stellt, bin ich zufrieden. Ich muss jetzt weiter und ich denke, wir werden uns nie wieder sehen..." Beim nächsten Blinzeln war der Gestaltwandler verschwunden und eine kleine Grille hüpfte im Gras davon.
Wey-Sa wandte sich an Ray. "Das läuft besser als ich dachte. Jetzt müssen wir sie nur noch warnen! Und wehe, du versaust alles: Vergiss nicht, wir sind Reisende und wir haben Gerüchte über einen Krieg gehört, den das Schattenvolk plant." Jaja, ich weiß", sagte die ehemalige Fledermaus, "lass und endlich gehen, bevor wir die Tarnung wieder verlieren!"
Und die beiden Kleriker verließen die Ebenen von Rath, um zu ihrem Ziel zu gelangen: Dem weißen Elfenbeinturm.



3 Kommentare

#1Moritz Makulla   ICQ kommentiert:  10.01.2008 - 18:00 Uhr

Das ist jetzt der erste Teil meiner Geschichte nach dem Prolog! Es passiert noch nicht soo viel, aber ich finds cool, dass man bei dem Bild einer Ebene (Plains) die Stadt Silberheim erkennt;-)

#2Potti   ICQ kommentiert:  10.01.2008 - 18:16 Uhr

Die Geschichte gefällt mir sehr gut! :-) Auch das mit der Ebene ist cool! :-)

#3Durin    kommentiert:  12.01.2008 - 11:39 Uhr

Die Geschichte ist wirklich super, weiter so!{+}


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