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Spielbericht vom 24.08.2010

von Mario Haßler, 25.08.2010 - 23:59 – Spielbericht · Multiplayer

Erstes Spiel: "Uhrzeiger-Magic" (4 Spieler)

Die erste Überraschung: Axel, Elinor und Sabine sind schon seit fünf Uhr nachmittags da und spielen Magic. Als ich eintreffe, sind sie mit Stefan zu viert und stecken mitten in einer Partie "Uhrzeiger-Magic". Als ich grob das Geschehen in Stichworten festhalten will und mich nach den Stämmen erkundige, werde ich bei "Affinität" stutzig und erlebe die zweite Überraschung: Der Stammeskämpfe-Abend findet erst nächstes Mal statt und nicht heute. Ich hätte einfach mal in unsere Terminliste schauen statt mich auf Stefans Bemerkungen von vor ein paar Tagen verlassen sollen. Nun gut, ich denke, meine Stammesdecks werden sich auch einem ganz normalen Abend gut behaupten können. Lediglich die vier Schwarmsteine werden heute wohl nicht zum Einsatz kommen.

In diesem Spiel jedenfalls kommt Axel mit seinem blau-schwarzen Deck nicht schnell genug in Fahrt, um sich gegen zwei Raufbolde der Flammensippe von Elinor zur Wehr setzen zu können. Er scheidet als Erster aus und überlässt diese Front Sabine, die mit einem Selesnija-Gildenmagier eine große Saprolinge-Armee erzeugt und Elinor mit Überschütten in den Boden stampft. Im Endspiel gegen Stefan bringt dessen schwarz-weißes Kleriker-Deck in einem günstigen Moment einen Orzhov-Hohepriester hervor, der Sabines Armee empfindlich dezimiert. Doch der Gildenmagier überlebt und macht sich gleich an den Wiederaufbau. Es wird ein Wettlauf gegen die Zeit, den Stefan mit einem Kabbalisten-Archon schließlich für sich entscheiden kann. Sieg für Stefan.

Zweites Spiel: "2 gegen 2"

Nach dem frühen Start hat Elinor jetzt schon genug und klinkt sich aus, während ich neu einsteige. Damit sind wir wieder zu viert und in den Paarungen Axel und Stefan gegen Sabine und mich beginnen wir eine Partie "2 gegen 2" mit 40 gemeinsamen Lebenspunkten und der Option "Manaumwandlung 2:1", jedoch ohne Teamblock, damit es schneller geht. Mein Deck "Kriegerische Elfen" braucht zwar nur vier Manaquellen, um alle Sprüche wirken zu können, doch trotz eines Starts mit Llanowarelfen bleibe ich ein paar Runden auf einem Manapotenzial von 3 stecken. Sabine geht es nicht anders, und so helfen wir uns wechselseitig mit Mana aus, was unser Spiel am Anfang langsamer als gewünscht in Fahrt kommen lässt. Allerdings zeigt sich bei mir schon früh eine Kreatur, die das Spiel letztlich entscheiden soll: Es ist der Hüter des Lebenssafts, der unsere Verluste aufgrund der gegnerischen Attacken wieder ausgleicht und uns so wertvolle Zeit erkauft. Denn während mein Bogenmeister aus Lys Alana auf Flieger wartet und Sabines Gläubiger Junker auf Geister und arkane Sprüche, legt Stefan mit einem Silbernen Ritter und zwei Paladinen en-Vec zügig los, zumal diese sich der Rundum-sorglos-Absicherung durch einen Vorbildlichen Ritter sicher sein können – eine weitere, das Spiel bestimmende Kreatur, die wie der Hüter des Lebenssafts bis zum Ende mitwirken darf, was wohl auch daran liegt, dass weder schwarz noch rot gespielt wird. Letzteres führt dazu, dass sich der Schutz von Stefans Kreaturen nicht wirklich bezahlt macht, aber es ist ja vermutlich auch schon ein gutes Gefühl, unzerstörbar zu sein.

In eine ähnliche Richtung entwickeln sich Phantom-Nomade und Phantomschwarm bei Axel, als er jedem von ihnen eine Führung des Elefanten angedeihen lässt. Doch immerhin kann Sabine mit einem Blütenmähnen-Baku die Manaprobleme abmildern und gefährliche Angreifer mit dem Wachsmähnen-Baku besänftigen, und mit meinem dritten Land kommt die erste Elfen-Promenade und damit ein nettes Plus auf dem Lebenspunktekonto. Die Elfenkriegerflut soll dann kurz darauf in ordentlichen Schaden gemünzt werden, indem der Makellose Magistrat einen der ungeblockten Angreifer zum Helden macht. Zuvor kommen mit der zweiten Elfen-Promenade nicht weniger als dreizehn Elfenkrieger dazu, sodass der Auserkorene satte 26 +1/+1-Marken verpasst bekommt – und dann von Axel zu einer Meinungsänderung überredet wird! Das war ein sehr origineller Spielzug, und für uns noch dazu ein gefährlicher, denn die Gegner setzen nun alles daran, uns zu bezwingen, bevor ich noch einmal dran komme. Sabine hält den Angriffen nur stand, indem sie mit dem Wachsmähnen-Baku die übelsten Kreaturen von Axel und Stefan vom Angriff abhält und ansonsten alle eigene Kreaturen als Notblocker hergibt. Das wird umso dramatischer, als Stefan Ajani Goldmähne an seine Seite ruft und die mittlerweile üppige Ritterarmee weiter aufwertet. Kritisch sind auch der Orden und der Kreuzritter des Weißen Schildes, beide aufpumpbar. Doch es reicht so gerade, und in meinem Zug kommt erst die dritte Elfen-Promenade für 29 neue Elfenkrieger und dann einen Angriff mit massig Kreaturen für massig Schaden und damit Sieg für Sabine und mich.

Drittes Spiel: "Verräter" (5 Spieler)

Mario ist in der Zwischenzeit eingetroffen und hat die dramatischsten Szenen des letzten Spiels verfolgen können. Nun vergrößert er die Runde auf fünf Spieler und wird per Los zum Fürst für die folgende Partie "Verräter" ernannt. Schon früh sieht er sich Angriffen von Stefans Schandmal-Peitscher ausgesetzt, der mit einem Basiliskenhalsband verziert ist. Mario rüstet mit einem Waldläufer en-Vec, dem er den Schild der Überseele verleiht, und einem Herzenflicker auf und bekommt Unterstützung durch Axel, der die Angriffe seines Weißen Ritters gegen Stefan lenkt. Der will die lästige Kreatur mit einem Blitzschlag entsorgen, doch Axels Morphkreatur entpuppt sich als Avior-Befreier, der vor solchen Schlägen schützen kann. Stefans Rufe um Hilfe werden von Sabine vernommen, die wiederum ihre Angriffe gegen Axel lenkt, der ausgetappt ist und die beiden Bannerträger aus Ballyrush nicht blocken kann. Allerdings wäre es wohl auch nicht verkehrt gewesen, Fürst Mario selbst anzugehen, der nun einen Vasall des Gilblaubs verpflichtet und damit seine ohnehin schon beeindruckenden Kreaturen weiter aufwertet.

Mein Deck "Geistreicher Abgang" zeigt sich derweil alles andere als beeindruckend, denn es speist mich ausschließlich mit Ländern wie Wasserschleier-Höhle und Föhrengipfel-Bergkamm ab, was den Spielaufbau sehr zäh gestaltet, wenn man auf farbiges Mana angewiesen ist. Trotzdem kann ich einen Dieb der Hoffnung in Stellung bringen und mit den folgenden Treibtraum- und Traufenzungen-Zubera Fürst Mario bescheidene Lebenspunkte abluchsen. Bei Sabine schwingt sich immerhin des öfteren ein Kithkin-Windreiter in die Lüfte, und wenn er das mal nicht schafft, erblicken wir einen Vergessenheitsring, der wie geschaffen ist für den mit dem Schild der Überseele verzauberten Waldläufer en-Vec von Mario. Doch Axel vereitelt den Versuch mit einer Hindernden Berührung, und dem nachfolgenden Angriff setzt er einen Klingenschauer entgegen, der die beiden Bannerträger von Sabine dahinrafft.

Dahinraffen tut es dann auch Stefan, der dem Druck von Marios fetten Kreaturen nicht gewachsen ist und seine einzige Hoffnung in der Offensive sah, für die er aber von den anderen Bauern keine Unterstützung bekommen hat. Der letzte solche Versuch, eine Egolöschung von Sabine auf Mario, hat Axel neutralisieren können, indem er sich nun endlich auch offiziell als Verräter zu erkennen gegeben hat. Nachdem auch ich ersten Schaden durch Angriffe einstecken musste, ergibt ein kurzer Realitätscheck, dass der nächste mein Letzter sein könnte. Retten könnte mich der Kami der falschen Hoffnung, allerdings gibt es ein Problem: dieser befindet sich noch auf meiner Hand, und die einzige weiße Manaquelle, die ich habe – ein See am Himmelskamm – ist derzeit getappt. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass der Kami seinem Namen keine Ehre macht: Ich bringe Shimatsu den Blutgewandeten ins Spiel und opfere zwei Zuberas, darunter den Treibtraum-Zubera, um zwei Karten zu ziehen. Und das Glück ist mir hold: Darunter befindet sich tatsächlich eine Uralte Zikkurat, mit deren Hilfe ich den Kami der falschen Hoffnung ins Spiel bringe und mir wenigstens einer weiteren Runde sicher bin. Als schon die gegnerischen Angriffe kommen, werde ich der anderen gezogenen Karte gewahr: Es ist Shirei, Verwalter von Shizo, mit dessen Hilfe ich mir weit mehr als nur eine Runde erkaufen kann. Sehr zu meinem Glück ist der Kampfschaden für mich nicht tödlich, und ich entscheide mich, den Kami jetzt noch nicht herzugeben. Ich überlebe mit genau 1 Lebenspunkt und kann dann in meinem nächsten Zug Shirei verpflichten und nun nach Belieben allen Kampfschaden verhindern. Das unterlasse ich freilich, als Sabine mit ihrem Kithkin-Windreiter Axel rauswirft und sich danach Mario vorknöpft. Im Gegenteil, hier kann ich mit einem Verschlingenden Zorn aushelfen, der einen ungeblockten Flieger mit sechs geopferten Geistern um freundliche +21/+0 aufpumpt, was für Marios Exitus langt. Das Spiel geht an Sabine, mich und (posthum) Stefan.

Viertes Spiel: "Uhrzeiger-Magic" (3 Spieler)

Nun verabschieden sich auch Axel und Sabine, und so spielen Stefan, Mario und ich eine letzte Partie "Uhrzeiger-Magic". Ich wähle mein Deck "Gob Slowhand" und starte mit Goblin-Kriegshäuptling und -Rädelsführer. Mario hat einen Stinkwurzbold in Stellung gebracht, und Stefan mit dem Wolfsschädelschamanen die erste Kreatur, die mir gar nicht gefällt. Doch auch Marios Necroplasma, das schon den Sensenmann für so manche andere Kreatur spielt, gefällt mir nicht wirklich. Während ich also noch überlege, welche davon ich mit dem Gemmenhand-Einäscherer entsorge, legt Stefan einen Herr der Wilden Jagd nach und nimmt mir die Entscheidung ab. Selbst rüste ich mit einem Rücksichtslosen auf und sichere den Goblin-Nachschub mit einem Moggwildjäger.

Doch Stefans erste Angriffe gegen Mario haben dessen Stinkwurzbold in den Friedhof befördert und infolge dessen dank Ausgraben genügend weiteres Material, um mit der Gequälten Existenz Unglaubliches anzustellen. So gelingt es ihm spielend, seinen Volraths Gestaltwandler nach Belieben zu einer Kreatur nach Wahl werden zu lassen, und diese Wahl fällt auf Akroma, Engel des Zorns. Dessen/deren Angriffen kann Stefan nichts entgegen setzen, und da es mir nicht anders ginge, wenden wir uns in vereinten Kräften gegen Mario. Dabei ist mit der Moggwildjäger eine große Hilfe, denn mit ihm zerre ich zunächst eine Boggarthorde auf das Schlachtfeld und lasse kurz darauf einen Goblinfeldmarschall mitsamt Gefolge folgen. Damit sind Marios Lebenspunkte in Reichweite meiner Goblins, und die ungeblockte Boggarthorde machen ihm den Garaus. Erfreulicherweise kann auch Stefan diesem Aufgebot nicht genügend Blocker in den Weg stellen, und so fahre ich schließlich den Sieg ein. Und damit findet ein Abend voller spannender Spiele und überraschender Wendungen ein Ende.



6 Kommentare

#1Patrick Schröder   Online-Magic kommentiert:  26.08.2010 - 13:22 Uhr

Ein wirklich gelungener Spielbericht. Besonders der "Verräter-Bericht" gefällt mir sehr gut.
Die Endphase muss ja einiges an Nerven gekostet haben^^

#2Joel, der Franzose   kommentiert:  30.08.2010 - 21:32 Uhr

Spielt bei euch niemand Karten wie
Zorn Gottes (Wrath of God)
Tag der Abrechnung (Day of Judgment)
Verdammung (Damnation)
Verstümmeln (Mutilate) ?

#3Mario Haßler     Online-Magic Skype kommentiert:  31.08.2010 - 09:20 Uhr

@Patrick Schröder: Danke für das Lob. Ja, es kostet Nerven, bei ca. einem Dutzend Schadenspunkte den Kami der falschen Hoffnung (Kami of False Hope) nicht zu opfern und auf 1 LP zu gehen – aber es hat sich ja am Ende ausgezahlt.

@Joel, der Franzose: Im Grunde werden solche Massenzerstörer schon gespielt, allerdings in der Tat eher selten. Ich persönlich setze sie in so gut wie keinem Deck ein, auch wenn es sicher viele Situationen gibt, in denen sie die Rettung gewesen wären. Aber mir tut es immer weh, wenn ich meine eigenen Kreaturen mit drauf gehen lassen muss...

#4Fireslinger   kommentiert:  31.08.2010 - 11:22 Uhr

Ein schöner, weil lebendiger Spielbericht. Trotz der Regelmäßigkeit, mit der deine Spielberichte hier erscheinen und der Routiniertheit, die du mit den jahren entwickelt hast merkt man, dass du immer wieder aufs Neue Feuer und Flamme für die Berichterstattung bist. Leidenschaft pur! {+}

Ich interessiere mich für Stefans Deckliste aus dem "2 gegen 2". Ist sie in der Decklistensammlung zu finden? Gruss, Fire

#5Mario Haßler     Online-Magic Skype kommentiert:  31.08.2010 - 13:14 Uhr

@Fireslinger: Leider nein. Aber ich habe den Wunsch an Stefan weitergegeben! Danke für das Lob!

#6Nico Schneider   kommentiert:  05.09.2010 - 16:23 Uhr

Hallo Mario!

Würde diese Liste von Stefan's Rittern auch gerne mal sehen. Wäre echt nett wenn Stefan sie postet.
Schöner Bericht. Sowas les ich immer gerne!

Nico


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