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Magic© als Magier

von Ole, 20.09.2010 - 18:20 – Fiktion

…ohne Zeit zu verlieren befahl ich der selbsternannten Elite sich einer der anstürmenden Elfen in den Weg zu stellen. Wie zu erwarten war, entsprach die Einschätzung ihrer Fähigkeiten nicht ganz den Tatsachen. Immerhin schafften sie es, die Baumschmuserin mit ins Jenseits zu nehmen. Fast zur gleichen Zeit zu der meine "Elite" von einer Frau vermöbelt wurde, attackierte mich eine ganze Elfenschar (Drove of Elves). Obwohl die lächerlichen Grünlinge lange nicht stark genug waren um mich ernsthaft zu verletzen, fühlte ich mich durch einen tiefen Schmerz geschwächt. Nach ihrem Angriff war der selbstgefällige Haufen so abgelenkt, dass es ein Einfaches war, ihre Existenz in eine andere Dimension zu verlagern. Einige hundert Meter entfernt stand der kleine dicke Magier, der mir das Leben so schwer machte. Offensichtlich hat er sich den Kampf anders vorgestellt. Es schien eine Ewigkeit zu dauern in der er immer wieder eine Hand voll Schriftrollen anguckte. Er verzog sein pickliges Gesicht in purer Anstrengung. Einen Moment später wusste ich warum: gleich drei Neuankömmlinge feierten eine nette Teeparty.
Ich kramte in meiner Tasche nach einer Schriftrolle, fand aber natürlich nicht, was ich suchte. Statt der Buschtrommelnummer von meinem Schwager habe ich nur eine Landkarte einer Ebene (Plains) gefunden. Ich sollte in diesem Chaos wirklich mal Ordnung machen. Gegenüber erklang ein angestrengten Ruf „Verkauft Prada jetzt auch Herrenhandta…“. Ein erfahrener Soldat beeindruckte ihn offensichtlich. Leider ist er genauso dumm wie erfahren: erst gestern hat er zwei Minuten lang auf die Herdplatte gepackt ohne etwas zu merken. Ich habe ihm die komplett verkokelte Hand abgesägt und eine Streitaxt an ihre Stelle gesetzt. Durch diese Dummheit Schmerztoleranz angesport versuchten die anderen Soldaten ebenso widerstandsfähig zu sein wie er. Des weiteren rannten sie ihm die ganze Zeit hinterher. Dadurch konnte ich ohne große Anstrengung noch einen der Außenseiter herbeirufen. Er fragte ständig alle anderen, ob sie sein „Ally“ sein wollen. Keine Ahnung, was er meint. Die beiden wirkten noch leicht verschlafen, deshalb entschloss ich mich erst mal abzuwarten.
Mein Gegenüber griff scheinbar wahllos in seinen Bollerwagen und fischte eine Schriftrolle hervor. Um mich nicht lange auf die Folter zu spannen beschwor er auch gleich eine Elfin mit langen roten Haaren. Scheinbar hörte sie auf den Namen Barbara Meier. Die Teegesellschaft fuhr jedenfalls total auf sie ab. Komisch, dachte immer die wären schwul... Ich konnte einen Blick auf Barbaras Schriftrolle werfen. Da stand was von Waldtarnung. Wie um alles in der Welt will man einen ganzen Wald (Forest) tarnen?

Ich lies meine Soldaten eine Weile pausieren und hoffte darauf, dass die Elfentruppe einen unvorsichtigen Angriff wagt. Leider vergeblich. Der Kommandant, den ich herbeigerufen habe lies auch ewig auf sich warten. Immerhin schickte er regelmäßig Laufburschen, denen ich eine Waffe in die Hand drücken konnte. Wenn sie schon mal da waren, konnten sie sich auch nützlich machen.

So ging das eine ganze Weile, bis ich endlich gefunden hab, was ich suchte: *Dong, Ka-Dong, RaKaTaKaDongDong*. Da war er, der Mann von meinem Bruder. Nicht gerade die angenehmste Gesellschaft aber er hat ein paar echt coole Tricks drauf: jetzt grade macht er die blöden Elfen an, die drei Tucken (offensichtlich doch nicht so hetero) fuhren total darauf ab, weswegen Barbara sichtlich erbost war.
Anscheinend war dem Kerl mit dem Manowar-Shirt klar, was das Flirten meines Schwagers zu Folge hatte. Ich lies die anstürmenden Elfen mal passieren, denn sie überrannten Guido förmlich. Jetzt darf ich mir wieder was von meinem Bruder anhören...
Ich nutze die Gunst der Stunde und befahl meinen beiden Soldaten, dem notorisch unpünktlichem Kommandanten und den paar Laufburschen meinem Widersacher einen Besuch abzustatten. Das blöde Lied, welches mein kleiner Haufen seit einiger Zeit gesungen hat schien sie offenbar noch mehr zu motivieren.
Von den anstürmenden Soldaten sichtlich eingeschüchtert rannte der Hornbrillenträger so schnell er seinen dicken Bauch tragen konnte davon. Wegen dem blöden „Ehrencodex“ musste ich ihn in Ruhe lassen.



4 Kommentare

#1Artefaktfreak   kommentiert:  20.09.2010 - 19:03 Uhr

Interessant geschrieben, und bevor du fragst, ich gehöre zu den dicken Hornbrillenträgern ( echtes Vorurteil von dir ;-) ) {+} ( Nicht für das Vorurteil natürlich )
Solche Spielbeschreibungen gab's hier schon häufiger und ich find sie immer ganz gut zur Abwechselung.

Allerdings hast du einen kleinen Fehler gemacht, weswegen das Spiel annulliert wird:
Elfenschar (Drove of Elves) lässt sich nicht von Gegendienst leisten (Reciprocate) anzielen.

#2Ole   kommentiert:  20.09.2010 - 19:23 Uhr

"Elfenschar (Drove of Elves) lässt sich nicht von Gegendienst leisten (Reciprocate) anzielen. "
NNNNNNNNNNNNNNNNNNNNNNEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINNNNNNNNNNNNNNNNNNNNNNNN
Ich habe so sehr darauf geachtet, dass die Karten alle in die Decks passen und die Entscheidungen der Spieler hablwegs nachvollziehbar sind und dann so etwas :-(

Zu den Vorurteilen: Ich will damit niemandem auf den Fuß treten, ich denke ihr wisst alle wie es gemeint ist. Mein Bruder ist übrigens nicht wirklich schwul ;)

#3Stylux    Skype kommentiert:  20.09.2010 - 20:33 Uhr

Echt gut ich hab mich halb totegacht als ich das gelesen habe:-)
Wäre cool wenn wir mehr von dir zu lesen bekämen

#4remasuri   kommentiert:  21.09.2010 - 13:36 Uhr

Ich fands auch sau lustig {+}


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