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Neues vom Sagenhändler (Lore Broker): Rückkehr zur Weltenseele

von Jashin, 22.12.2012 - 01:29 – Karten+Editionen · Spielbericht · Einzel

Hallo miteinander!
Nachdem der Stress der letzten Zeit abgeklungen ist (Umzug, neuer Job), melde ich mich einem neuen Artikel zurück. Statt dem eigentlich versprochenen nächsten Teil meiner Peasantcube-Serie folgt hier aus aktuellem Anlass ein kleiner Draftbericht…

Rückkehr nach Ravnica

In der Vorweihnachtszeit treffen sich sieben mutige Abenteurer, um gemeinsam (und gegeneinander) in eine der besten Welten des Magicuniversums zurückzukehren.
Und was für eine Rückkehr das ist! Ich mache den ersten Booster auf und werde von einer feurigen Rummelplatz-Höllenstute (Carnival Hellsteed) angelächelt, die natürlich einen veritablen Firstpick darstellt und in dem Booster auch keine echte Konkurrenz hatte. Im nächsten Booster gesellt sich ein Blutspritzender Bandit (Splatter Thug) dazu und ich gebe gute Selesnyakarten nach links weiter, in der Absicht meinen Nachbarn in dieser Gilde zu platzieren und im zweiten Booster die schwarz-roten Karten zu bekommen. Es folgt als dritter Pick Verbindungen zur Unterwelt (Underworld Connections) und ich freue mich innerlich schon über gutes Rakdosdeck als der vierte Booster bei mir eintrifft. Keine einzige brauchbare rote oder schwarze Karte! Also entscheide ich mich für Golgari-Langbeine (Golgari Longlegs) für den Fall, dass ich in die Golgarigilde gedrängt werde. Aber Pustekuchen! Die nächsten Booster sind nicht nur vollständig von roten Karten befreit, auch schwarze wollen einfach nicht mehr kommen. Stattdessen sammle ich zwei Zusammengehörigkeit (Common Bond)en und eine Heroldin des Zentauren (Centaur's Herald) ein. Als schließlich ein später Sonnenspitzen-Greif (Sunspire Griffin) auftaucht, vermute ich, dass einfach zu viele Rakdosdrafter am Tisch sitzen und ich stattdessen wohl besser in Selesnya sein sollte. Der Plan für die zweite Boosterrunde ist also beschlossen und gegenüber am Tisch wird diskutiert, wer jetzt wohl nen Jace aufmacht…

…ich natürlich! Da hat man schon mal Karten aus vier Farben eingesammelt und macht dann natürlich eine absolute Bombe in der fünften auf! &%$&%%$&$%$!!!!
Ich überlege lange hin und her, beschließe dann aber, dass ich kaum brauchbare blaue Karten gesehen habe und der Jace einfach nicht splashbar ist. Also greife ich zum zweiten Sonnenspitzen-Greif (Sunspire Griffin) und hoffe, dass ich noch ein paar Zweidrops finden kann, damit mein Selesnyadeck nicht zu langsam ist. Es folgen natürlich keine Zweidrops, dafür aber abolutes Premiumremoval: Festnahme (Arrest), eine splashbare Stichwunde (Stab Wound), Trostanis Abrechnung (Trostani's Judgment). Ach ja, und ein Third-Pick foil Armadawurm (Armada Wurm)!! (Das ist dann wohl der Ausgleich für den Jace…)
Ich krieg’ so langsam Angst, dass einfach gar keine Zweidrops mehr vorbeikommen, als ich gegen Ende des Boosters drei Torumschlingende Ranke (Gatecreeper Vine)n aufsammeln kann, die die Lücke in der Kurve stopfen und meinen Schwarzsplash absichern. Frohen Mutes erwarte ich also die dritte Boosterrunde mit der Gewissheit eigentlich jetzt schon ein ganz gutes Deck zu haben.
Der dritte Booster beginnt mit Todesbrücken-Goliathkäfer (Deadbridge Goliath) und Restereißer (Dreg Mangler) – letzterer passt dank den Ranken auch ganz gut in die Kurve.
Schließlich kommt ein später Rift des Sturmtiefs (Cyclonic Rift), den ich dann doch mal den Blauspielern wegnehme, da man den im Gegensatz zu nem Jace ganz gut splashen kann (vor allem mit drei Ranken)…
Am Ende sitze ich vor meinen Karten und muss scharf nachdenken, was es nun ins Deck schaffen soll und was nicht, da ich einfach zu viele gute Karten bekommen habe.
Ich entscheide mich schließlich für die konservative Variante nur mit Schwarzsplash und behalte mir vor, den Rift des Sturmtiefs (Cyclonic Rift) je nach Gegner zusammen mit einer Insel reinzuboarden:


Selesnya – ein RtR-Draftdeck

2 Selesnija-Gildeneingang (Selesnya Guildgate)
6 Wald (Forest)
6 Ebene (Plains)
2 Sumpf (Swamp)
1 Schleichweg der Diebe (Rogue's Passage)

2 Heroldin des Zentauren (Centaur's Herald)
3 Torumschlingende Ranke (Gatecreeper Vine)
1 Wandernder Tempel (Wayfaring Temple)
2 Sonnenspitzen-Greif (Sunspire Griffin)
1 Singvogelhändlerin (Seller of Songbirds)
1 Restereißer (Dreg Mangler)
1 Todesbrücken-Goliathkäfer (Deadbridge Goliath)
3 Augen im Himmel (Eyes in the Skies)
1 Aufragendes Indrik (Towering Indrik)
1 Armadawurm (Armada Wurm)

2 Zusammengehörigkeit (Common Bond)
1 Festnahme (Arrest)
1 Stichwunde (Stab Wound)
1 Abschussfeier (Launch Party)
1 Ritterehre (Knightly Valor)
1 Trostanis Abrechnung (Trostani's Judgment)


Relevante Sideboardkarten:
1 Rummelplatz-Höllenstute (Carnival Hellsteed)
1 Blutspritzender Bandit (Splatter Thug)
1 Verbindungen zur Unterwelt (Underworld Connections)
1 Rift des Sturmtiefs (Cyclonic Rift)
1 Aufragendes Indrik (Towering Indrik)
2 Golgari-Langbeine (Golgari Longlegs)
1 Rächender Pfeil (Avenging Arrow)

Wie man sieht, kann das Deck recht druckvoll mit Runde 1 Heroldin des Zentauren (Centaur's Herald), Runde 3 Token und Runde 4 Augen im Himmel (Eyes in the Skies)-Zentaurenvermehrung starten, hat aber auch ein fast unschlagbares Lategame. Dazu kommen für weiß-grüne Verhältnisse überdurchschnittlich viel Removal und eigentlich kein einziger Füller – jede der 40 Karten ist mindestens durchschnittlich. Ich rechnete mir also gute Chancen aus weit vorne zu landen.

Token, Token, überall Token

Mein Erstrundengegner entpuppt sich als Angehöriger der Izzetgilde, kann aber gegen meinen Traumstart aus Runde 3 Zentaurentoken, Runde 4 Augen im Himmel (Eyes in the Skies) wenig machen und holt diesen Rückstand nie wieder auf, weil seine Gossenratte (Pack Rat) sofort eine Festnahme (Arrest) abbekommen. In Runde zwei hingegen ist er dran mit Token produzieren und zwar in Form von gesplashten Gossenratte (Pack Rat)n in Runde zwei! Dass diese Karte einfach total gut ist, wenn sie eine Runde überlebt, ist mir klar, ich kann aber nichts dagegen machen und werde recht schnell überrannt. Für das Entscheidungsspiel überlege ich den Zyklon zu boarden, entscheide mich aber, dass ich lieber darauf hoffen will, dass mein Gegner seine Ratten nicht zieht, anstatt mir meine Manabasis kaputt zu machen. Natürlich hat mein Gegner wieder die Ratten und vermehrt sie auch munter, aber da die Zeit vorangeschritten ist, kann ich mich in ein Unentschieden retten – Glück gehabt!

Runde zwei lost mich gegen einen der vielen Rakdosspieler, der aufgrund des Mangels in seinen Farben auch ein paar blaue Karten spielen muss. Insgesamt ist sein Deck aber einfach nicht stark genug und kann gegen meine überlegenen Einzelkarten nicht viel machen. Ich gewinne folgerichtig relativ eindeutig.

In der dritten Runde muss ich gegen den bisher führenden Spieler ran, der während des Drafts drei Plätze rechts von mir saß und doch tatsächlich als vierten Pick im zweiten Booster den Jace erhalten hatte (zwischen uns saßen eben die zwei Rakdosspieler, die mich von meinen Firstpickfarben abgeschnitten hatten). Zu meinem Glück zieht er den Jace aber in keiner unserer hart umkämpfen Partien, so dass meine Token doch die Überhand behalten können.

Ich stehe also im Finale gegen einen weiteren ungeschlagenen Spieler, der in der ersten Runde das Freilos hatte. Zu meinem Entsetzen hat er trotz der starken Konkurrenz in den Farben ein gradliniges Rakdosdeck zusammenbekommen, dass zwar nicht total schnell, dafür aber mit mehreren Flugversuche (Pursuit of Flight)n und Perverse Freude (Deviant Glee) ausgestattet war, die er regelmäßig auf Blutspritzender Bandit (Splatter Thug) und/oder Blutpfad-Riese (Bloodfray Giant) spielte. Dagegen sehen meine lächerlichen Ranken natürlich recht schlecht aus und ich wünsche mir, ich hätte während des Drafts wenigstens ein paar Zweidrops mit Boardpräsenz einsammeln können. Ich bringe den Zyklon und eine Insel sowie die beiden Golgari-Langbeine (Golgari Longlegs) rein, ziehe diese aber genauso wenig wie anderes Removal und verliere erneut gegen seine Aggression – im zweiten Spiel handelt sein Gefährlicher Schatten (Perilous Shadow) sogar meinen Armadawurm (Armada Wurm)! Im Endeffekt habe ich total übersehen, dass mein Rächender Pfeil (Avenging Arrow) im Board sogar fast meine beste Antwort gegen seine Strategie gewesen wäre, aber insgesamt hat sein Deck einfach verdient gegen meins gewonnen – Ranken eignen sich einfach nicht zum Zeitschinden!
Beim abschließenden Rarepick schnappe ich mir anschließend als zweiter einen Todesritenschamane (Deathrite Shaman) statt dem Armadawurm (Armada Wurm), weil ich den viel brauchbarer finde, als einen random Fattie – der Jace geht natürlich an den Sieger…

Insgesamt muss ich sagen, dass mir das Format sehr gefällt, auch wenn es ein wenig an effizientem Removal fehlt (was die Auren natürlich erst so stark macht…). Ich freue mich aber noch mehr auf Gatecrash, da dort einfach die interessanteren Gilden drin sein werden!


Ich wünsche euch allen ein gesegnetes Fest und einen guten Übergang ins neue Jahr – bis demnächst,

Jashin









Addendum:

Hier kommen meine Top 3 „Dinge die man für einen gelungenen Umzug braucht“:

3. Halbwegs gutes Wetter.

2. Einen günstigen Transporter – hier kann ich studibus.de empfehlen…^^

1. Ein eingespieltes Team aus motivierten Helfern!



5 Kommentare

#1lostspells   ICQ kommentiert:  24.12.2012 - 14:19 Uhr

0. Eine Wohnung, aus der man auszieht, sowie eine Wohnung, in die eingezogen werden soll.

#2MoritzD    kommentiert:  25.12.2012 - 23:35 Uhr

Thanks Captain Obvious, jetzt kannst du davonfliegen!

#3Jashin   ICQ kommentiert:  26.12.2012 - 18:11 Uhr

@Lostspells: Die braucht man für jeden Umzug, mir ging es um einen gelungenen...

#4mibs   ICQ kommentiert:  27.12.2012 - 13:19 Uhr

Hi ich wollte mich nur mal bedanken für die coolen Draftberichte von dir, ist bestimmt ne ganz schöne Menge Arbeit.
Ich finde es sehr gut, dass du deine Strategien und Gedankengänge so genau beschreibst, da fühlt man richtig mit :-)
Freue mich schon auf zukünftig folgende Berichte

#5lostspells   ICQ kommentiert:  27.12.2012 - 17:10 Uhr

Hmpf -.-


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