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Spielbericht vom 15.12.2014 – Weihnachtsabend

von Mario Haßler, 16.12.2014 - 23:06 – Spielbericht · Multiplayer

Decks ohne Schwarz und ohne Blau, mit Grün für die Tannen, Rot für die Kerzen, Weiß für den Schnee und Artefakte für die Geschenke machen deutlich: Bald ist wieder Weihnachten! Erst war es fraglich, ob ich es heute überhaupt schaffe zu unserem traditionellen Weihnachtsabend, dann hätte es doch geklappt, sogar ganz früh da zu sein, und nur mein Verständnis von Kundenservice hat mich zu Hause an Telefon und PC gebunden, sodass ich es letztlich zwar zu unserem Multiplayer-Abend geschafft habe, aber wie so oft nicht zum ersten Spiel.

Erstes Spiel: "Jeder gegen jeden" (3 Spieler)

Das erste Spiel hat freundlicherweise Gert dokumentiert – unter widrigen Umständen, denn der Kugelschreiber machte schon nach weniger als zehn Buchstaben schlapp, und der Bleistift, der als Ersatz herhalten musste, war am Anfang ein bisschen und am Ende sehr stumpf. Aber es hat ausgereicht um festzuhalten, dass in dieser Partie "Jeder gegen jeden" Sven mit Morph-Kreaturen und der Geisterfeuerklinge erst einmal recht farblos bleibt, Gert mit Remasuris wie dem Sehnenremasuri für ersten Schaden sorgt, und Stefan sich den Verbündeten verschrieben hat, seinen Wendholzwaldläufer dann aber an zwei blockende Remasuris verliert. Die Verluste bei Gert halten sich in Grenzen, sodass er Stefan mit nicht weniger als fünf Remasuris angreifen kann. Doch er hat auch einen Schnellen Remasuri im Spiel, der es Stefan erlaubt, einen Vogelartigen Wandelwicht spontan zu wirken, und so kann er mehr Angreifer blocken, als Gert sich gedacht hat, und im Gegenangriff fliegt Gert als Erster raus.

Danach wendet Stefan sich Sven zu, der immerhin einen Weitblick-Habicht entmorpht, mit dem er solide blocken kann. Doch Stefans Oran-Rief-Überlebenskünstler und ein frischer Wendholzwaldläufer werden immer stärker, dazu mischen sich mehr und mehr Wölfe unter die Verbündeten, sodass Sven dem Druck nicht lange standhalten kann. Das erste Spiel geht somit an Stefan.

Zweites Spiel: "2 gegen 2"

Nun mische ich mit, und wir wechseln zu "2 gegen 2" mit gemeinsamen 40 Lebenspunkten pro Team und der Option "Teamblock". Stefan und Sven sind das eine Team, Gert und ich das andere. Gerts erster Zug kann sich sehen lassen: Mirrodins Kern für einen Sonnenring, der noch ein Selesnija-Petschaft ermöglicht. Und weil im nächsten Zug noch ein weiteres Land und ein weiteres Petschaft hinzu kommen, sind auch noch eine Kor-Geistertänzerin mit einem Schattenhaften Elen drin. Das sind sieben bleibende Karten, während andere gerade ihr zweites Land legen und ansonsten nichts tun. Kein Wunder also, dass das unsere Gegner auf den Plan ruft. Der Sonnenring fällt bald Stefans Naturalisieren zum Opfer, Svens Hüllenbruch entsorgt das Schattenhafte Elen und eines der Selesnija-Petschaften.

Während ich aus meinem Weihnachts-Deck "Alle Jahre wieder" einen Anstürmenden Schmelzstein in Stellung gebracht habe, sind bei Sven ein Grenzführer und ein Grasender Wiesenhirsch erschienen. Stefan lässt auf den Erbe der Wildnis die Küchenhutzel folgen, die zusammen mit Oran-Rief, das Riesenholz eine beachtenswerte Kombo bilden. Dies und der Boros-Abwäger lassen Angriffe aus unserer Sicht wenig verlockend erscheinen, sodass wir uns lieber weiter einigeln, zum einen mit einer Selesnija-Sagittare bei mir, zum anderen ein Dolchrücken-Basilisk aus Aufstieg der Eldrazi bei Gert, der im Vergleich zu Stefans Erbe der Wildnis aus Khane von Tarkir zeigt, was das Wort "Inflation" im Zusammenhang mit Magic bedeutet.

Stefan setzt ein Größeres Gargadon aus, was dank Oran-Rief nun jede Runde mit einmal Küchenhutzel gefüttert wird, Gert findet einen neuen Sonnenring (hier und da nehmen wir's mit eingeschränkten Karten nicht so genau...), und bei mir folgt auf Sonnenheim, Festung der Legion der Kollege Tolsimir Wolfsblut, was Sven zum Anlass nimmt, mit einem Wilden Wirbelwind den Tisch leer zu fegen. Übrig bleiben Stefans lästige Küchenhutzel, aber bei Gert folgen schnell eine Sporenbedeckte Spinne und ein Jaddiholz-Schreiter nach. Während Stefan mit Malignus auf große Kaliber setzt – unsere Lebenspunkte sind bislang nur nach oben gegangen – muss ich mich mit einem Weber der Macht begnügen. Leider bekommt auch Sven mit dem Seelenbrodelnden Flammensippler die Möglichkeit, einer Kreatur zum Trampeln zu verhelfen, doch gerade rechtzeitig kann Gert den Malignus zum Pazifismus bekehren.

Dann räumt Sven mit einem Dornenregen auf: Sonnenring, Sonnenheim und Pazifismus sind dahin. Gert stattet den Jaddiholz-Schreiter mit Leuchtenden Nachwirkungen aus, ich hoffe auf den Vorteil der Raubtiere, wohingegen Stefan mit Polukranos der Weltenverschlinger harte Fakten auf den Tisch legt und Sven mit den Tobenden Baloths in die Spielstein-Produktion einsteigt. Dann kommt das Größere Gargadon, Sven schaltet mit den Umkämpften Klippen einen potenziellen Blocker aus, und Stefan deckt einen Spottenden Aufhetzer auf, um eine weitere Kreatur vom Blocken abzuhalten. Was von Malignus, Polukranos, Gargadon und anderen durchkommt, sind nicht weniger als 33 Schaden. Das bringt uns zwar noch nicht um, aber in der einen Runde, die uns danach noch bleibt, finden wir auch keine Antwort auf diese Kreaturenübermacht, und so ist im nächsten Kampf alles entschieden. Das Spiel geht an Stefan und Sven.

Drittes Spiel: "2 gegen 2"

Wir bleiben bei den Teams und dem Spielformat, wählen aber die Option "Manaumwandlung 2:1" anstelle vom "Teamblock". Davon machen unsere Gegner besser Gebrauch, und so kann Stefan bald mit einem Vliesmähnen-Löwen glänzen sowie mit Marisis Zwillingskämpfern, die angreifen, von Gerts Netzmauer geblockt werden, und dann aber von Svens Zhur-Taa-Schwein in einen verstärkenden Blutrausch versetzt werden. Es folgt bei Gert der Stachelschuss-Goblin, der allerdings von Stefans Sonnenlanze tödlich getroffen wird. Immerhin beschert mir mein Deck "Kleine Titanen" ein frühes Wolliges Thoktar, dann ein zweites, drittes und, ja, auch noch ein viertes. Dazwischen kommt ein Kampfmagier des Dornenpfads, der mit den roten Bonuskosten Svens Pflanzen-Spielstein aus dem Khalni-Garten abschießt.

Man sollte also meinen, dass der Druck, den wir damit aufbauen können, groß genug ist, um Stefan und Sven in wenigen Runden zu bezwingen. Doch Sven kann einen Labyrinth-Wächter und die Schmutzrücken-Marodeure in Stellung bringen, und bei Stefan kommen Mirri die Katzenkriegerin und Brimaz, König von Oreskos. Zwar kann Gert einen frischen Stachelschuss-Goblin verpflichten und mit ihm, unterstützt durch das Sammeln der Gerechten, den Vliesmähnen-Löwen abschießen, bevor der monströs wird, aber in dem Schlagabtausch, der ohne die Teamblock-Option stets den Weg des geringsten Widerstands geht, haben am Ende unsere Gegner die Nase vorn. Auch dieses Spiel können Stefan und Sven für sich entscheiden.

Viertes Spiel: "2 gegen 2"

Aller guten Dinge sind drei, also bleiben wir noch einmal bei der aktuellen Teamaufteilung und wählen nun sowohl die Option "Teamblock" als auch "Manaumwandlung 2:1". Ich greife zu meinem Deck "Die fetten Kerle von Naya", bringe zwei Druiden der Anima in Position und danach lange nichts. Bei Stefan kommt ein Brombeerholz-Vorbild, das von Gert einen Verzweigenden Donnerkeil abbekommt, dann ein weiteres Brombeerholz-Vorbild, das von Gert auch einen Verzweigenden Donnerkeil abbekommt, und schließlich ein Brombeerholz-Vorbild, das unbehelligt bleibt. Sven findet mit einem Wolligen Thoktar und einem Unbändigen Feuerschürer ins Spiel, dann legt Stefan einen Landschaftszerquetscher nach, der schnell fett wird und angreift, doch ich kann mit einem Cerodon-Bullen dagegen halten, sodass Angreifer und Blocker sterben.

Mit einem Einschüchternden Donnerschlag erlegt Gert Svens Feuerschürer und hält den Meglonoth vom Angriff ab. Das gibt mir Zeit, die Umherwandernden Pflugbestien als Blocker für den nächsten Angriff zu legen, doch mit einem Seelenfeuer macht mir Sven einen Strich durch die Rechnung. Er hat allerdings nicht damit gerechnet, dass ich mit der Rachsüchtigen Wiedergeburt die Pflugbestien wieder aus dem Friedhof holen und dabei dem Meglonoth doch noch tödlichen Schaden zufügen kann.

Mit dem Ritter des Reliquienschreins zeigt Stefan allerdings, dass unsere Gegner nicht gewillt sind, sich das Heft aus der Hand nehmen zu lassen. Gert rüstet mit einem Harkenklauen-Gargantua auf, Stefan rüstet ihn mit einem Amulett aus Naya wieder ab. Dann kann ich einen Harkenklauen-Gargantua ins Spiel bringen und mit O-Naginata ausrüsten, doch bei Sven kommt ein Göttervater, dazu eine Gruul-Zornbestie, mit deren Hilfe der 8/8-Spielstein vom Göttervater mit meinem Gargantua abtauscht, um den Weg für einige wenige Angriffe frei zu machen, die zum dritten Sieg für Sven und Stefan führen.

Fünftes Spiel: "Uhrzeiger-Magic" (4 Spieler)

Gert und ich geben uns geschlagen, und nachdem wir im Teamspiel nichts reißen konnten, wechseln wir das Format. Im "Uhrzeiger-Magic" kämpft jeder für sich, und die Sitzreihenfolge reihum ist Sven, Gert, Stefan und ich. Als Erstes betritt ein Vertrauter des Dornenpfads bei mir das Spiel, dann folgen zwei Wollige Thoktare, mit denen ich Sven angreife. Der hat mit Tajic, Schwert der Legion zwar einen soliden Blocker, aber ich will die Chance nutzen, wenigstens mit dem anderen Angreifer durchzukommen. Dann aber wird Tajic mit Pariah und einem Geisteskontakt verzaubert, und weitere Angriffe lohnen nicht. Stefan könnte das mit seinem Siegel der Reinheit ändern, aber da er keine direkte Front zu Sven hat, verspürt er keinen dringenden Bedarf. Also versuche ich, ihm auf die Sprünge zu helfen, indem ich meine Angriffe auf ihn lenke. Immerhin kommt dann ein Avior-Wolkenjäger, der eine von Svens Auren zerstört, und Stefan entscheidet sich für den Geisteskontakt. Die Angriffe des Fliegers lenkt Stefan auf mich, und so bleibt auch meine bevorzugte Angriffsrichtung die auf Stefan, und der Preis dafür sind Schwerter zu Pflugscharen, die ein Wolliges Thoktar ausschalten.

Gert hat nach den Flinkfuß-Stiefeln und einer Druidentasche eine Weile gebraucht, bis er richtig Fahrt aufgenommen hat, aber das gelingt ihm mit den Tobenden Baloths umso besser. Stefan sichert sich daher mit einer Parallaktischen Welle ab, die aber erst einmal Svens Tajic in die Warteschleife schickt. Dann befreit das Siegel der Reinheit die Tobenden Baloths von den Flinkfuß-Stiefeln, und als auch diese von der Parallaktischen Welle verschluckt werden sollen, nutzt Gert schnell noch die Umkämpften Klippen, um mein zweites Wolliges Thoktar abzuschießen. Sven legt einen Kor-Feuerläufer nach, den er mit dem Schild der Paria ausrüstet, aber auch hier schlägt Stefans Parallaktische Welle zu.

Ich durchlaufe nun eine Durststrecke, kann lediglich einen Weber der Macht ausspielen und bin nicht in der Lage, Stefans Luftangriffen, die mit einem Mantel des Gürteltiers aufgepeppt werden, etwas entgegen setzen. Dafür ebbt irgendwann die Parallaktische Welle ab, und die kalt gestellten Kreaturen kommen ins Spiel zurück. Bei Gert kommt dazu noch eine Naya-Seelenbestie als 8/8-Kreatur, die Sven mit Pariah verzaubert, und mit den Umkämpften Klippen soll nun der Avior-Wolkenjäger vom Himmel geholt werden. Doch Stefan bringt den Vogel mit dem Flackernden Portal lieber wieder auf seine Hand zurück. Die Seelenbestie bekommt dann von Gert einen Behemoth-Vorschlaghammer in die Hand gedrückt und greift zusammen mit den 4/4 Bestien-Spielsteinen, die die Tobende Baloths in den letzten Runden ausgespuckt haben, Stefan an. Der ruft die Seelenbestie zur Ordnung, muss ansonsten aber gehörig einstecken. Allerdings zahlt es sich aus, dass er die Tobenden Baloths geblockt hat, denn nun kann Sven diese mit Erdrückendem Schmerz ganz ausschalten.

Doch es sind noch genügend viele Angreifer da, mit denen Gert Stefan auch in der nächsten Runde in Bedrängnis bringen kann. Letzte Hoffnung setzt Stefan in den Phyrexianischen Ofen, der die Tobenden Baloths aus Gerts Friedhof ins Exil schicken und dafür eine frische Handkarte für Stefan besorgen soll. Doch Gert reagiert mit dem Amulett aus Naya und holt sich die Kreaturenkarte auf die Hand zurück. Damit zieht Stefan auch keine Karte mehr und erliegt dem Angriff von Gert. Dann geht es Schlag auf Schlag, Gert zeigt uns, Wo die Ahnen schreiten und was die Tobenden Baloths dazu sagen, und Sven ist draußen. Danach genügen ein oder zwei Angriffe, und mich gibt es nicht mehr. Als Sieger geht somit Gert aus diesem Spiel hervor.

Der Weihnachtsabend ist damit zu Ende, und auch wenn meine persönliche Erfolgsbilanz sehr dürftig aussieht, war es wieder einmal ein schöner Abend, trotz der geringen Teilnehmerzahl. Einen letzten Termin 2014 haben wir noch "zwischen den Jahren". Aber jetzt heißt es erst einmal: Frohe Weihnachten!



19 Kommentare

#1luka93   kommentiert:  17.12.2014 - 15:59 Uhr

Schöner Bericht wie immer.
Mir persönlich gefällt die Idee, zu verschiedenen Anlässen spezielle Decks zu spielen, wie zum Beispiel Weihnachten oder Halloween jedenfalls sehr gut.

#2luka93   kommentiert:  17.12.2014 - 16:51 Uhr

Was mir allerdings ein wenig aufgestoßen ist, ist die Stelle an der du Dolchrücken-Basilisk (Daggerback Basilisk) mit Erbe der Wildnis (Heir of the Wilds) verglichen hast. Ich finde man sieht hier eher den Unterschied zwischen Common und Uncommon als den Powercreep.
Der Erbe ist halt ein bisschen stärker und, dank Keyword, ein bisschen komlpexer als der Basilisk, aber das ist Standard.
Und in Aufstieg der Eldrazi und den vorhergegangenen Sets gab es ja auch durchaus gute Kreaturen im Uncommonslot.

#3luka93   kommentiert:  17.12.2014 - 17:01 Uhr

Ach ja, was ich fast vergessen hätte: Fröhliche Weihnachten :-)

#4Mario Haßler     Online-Magic Skype kommentiert:  18.12.2014 - 09:18 Uhr

Was den Kartenvergleich angeht: Den Unterschied mit der Seltenheitsstufe zu erklären ist mir zu kurz gedacht. Auf die Spitze getrieben hieße das, eine 4/4-Kreatur ohne Fähigkeiten dürfte vier, drei, zwei oder ein Mana kosten, je nachdem, ob sie common, uncommon, rare oder mythic ist. Meiner Meinung nach sollten WotC es tunlichst vermeiden, mit neuen Karten alte zu entwerten, weil die neuen in jeder Hinsicht besser sind. Das gelingt ihnen leider nicht immer sonderlich gut.

Ich sehe ein, dass es manchmal unumgänglich ist, weil sich das Umfeld geändert hat, die Aufgaben der Farben im Laufe der Zeit vielleicht anders verteilt wurden und die alte Karte einfach nicht mehr zeitgemäß ist (vergleiche Grünspan (Verdigris) mit Naturalisieren (Naturalize) oder Oxidieren (Oxidize)). Aber ohne Not eine Karte zu drucken, die etwas mehr kann und/oder weniger Mana kostet als eine schon bestehende Karte, kann nicht im Sinne von uns Spielern sein. Wenn man nicht gerade ein Basilisken-Deck baut, gibt es heute eigentlich keinen Grund mehr, einen Dolchrücken-Basilisk (Daggerback Basilisk) zu spielen, weil der Erbe der Wildnis (Heir of the Wilds) das Gleiche kann, noch etwas mehr bietet und dazu noch weniger Mana kostet. Dabei wäre es so einfach gewesen: mach die neue Kreatur 1/2 oder 2/1 statt 2/2, oder lasse sie {g}{g} kosten, damit man es sich wenigstens in mehrfarbigen Decks noch einmal überlegt. Aber so, wie es ist, ist es einfach nur blöd, und das hat in meinen Augen nichts mit der Kartenhäufigkeit zu tun.

#5lostspells   ICQ kommentiert:  18.12.2014 - 13:41 Uhr

Würde das im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass WotC nie (ohne Not) Karten drucken dürften (T1), die strikt schlechter sind als Vorgänger (T0)? Diese würden ja dann auch wieder einen neuen Standard setzen, der in folgenden Erweiterungen (T2) nicht verbessert werden dürfte, was dazu führen würde, dass man nie wieder auf den Standard T0 zurück kommen würde.

#6Mario Haßler     Online-Magic Skype kommentiert:  18.12.2014 - 20:50 Uhr

Konsequenterweise wäre das so, ja. Das Ergebnis wäre eine ständig wachsende Anzahl an Karten, alle auf dem mehr oder weniger gleichen, spielbaren Niveau, und keine Karten, die durch andere entwertet werden. Jedes Deck könnte sich dann aus dieser Gesamtzahl bedienen, und die Auswahl der "besten" Karten ist die kreative Leistung des Deckerstellers.

Wirklich neue Karten zu erfinden wird damit schwieriger, aber einfach eine bestehende Karte zu nehmen und sie in der Neuauflage billiger und stärker zu machen, ist schließlich auch keine Glanzleistung.

#7Jashin   ICQ kommentiert:  19.12.2014 - 13:25 Uhr

Naja, neue, bessere Karten sorgen dafür, dass man sie kaufen muss, um mithalten zu können und genau das ist ja WotCs Ziel. Man darf nie vergessen, dass es sich bei den Herstellern unsere Lieblingsspiels um ein gewinnmaximierendes Unternehmen handelt...

#8Mario Haßler     Online-Magic Skype kommentiert:  19.12.2014 - 13:45 Uhr

Dass WotC etwas verdienen will und deshalb etwas anbieten muss, das wir bereit sind zu kaufen, ist klar. Aber dazu muss man nicht die Karten immer besser machen. Das würde auch nur zu einer Art Inflation führen, wo die Karten von gestern wirklich nur noch Schrott sind Nostalgiewert haben.

Die Herausforderung ist, das Spiel mit der neuen Edition anders zu machen, eine neue Idee oder eine neue Mechanik hinzuzufügen. Das gelingt ihnen ja auch immer wieder, und wenn sie in früheren Jahren nicht so verschwenderisch gewesen wären (z. B. gleich mehrere neue Schlüsselwort-Fähigkeiten in einem Block), dann könnten sie heute noch bequem daraus schöpfen. Reizvoll fände ich auch neue Kombinationen, wo unterschiedliche Themen aus der Vergangenheit miteinander verknüpft werden, sodass etwas Neues entsteht.

Eigentlich gibt es also keinen Grund, warum der Dolchrücken-Basilisk (Daggerback Basilisk) in den Manakosten um ein Drittel reduziert und zusätzlich mit einer vorteilhaften Fähigkeit ausgestattet als neue Karte namens Erbe der Wildnis (Heir of the Wilds) gedruckt wurde.

#9sinus   kommentiert:  19.12.2014 - 19:38 Uhr

Ob man die Meinung vertritt, jede Karte müsse sich von ihren Vorgängern unterscheiden oder ein simpler Reprint sein, muss ja jeder für sich entscheiden. Ich wäre jedenfalls kein Fan davon. "Inflation" mag auf der einen Seite stimmen, ist aber bekanntlich nur eine Seite einer (vielseitigen) Medaille.

Ich glaube zur Common- und Uncommon-Diskussion wurde an anderen Stellen schon viel geschrieben. Das ist oft weniger die Frage nach der reinen Spielstärke der Karte, als vielmehr ein Abwägen, welche Karten in welcher Häufigkeit einer aktuellen Limited-Umgebung gut tun. "Schlechte" Karten gab es immer schon. Es gab aber auch immer schon "starke" Karten. Das Spiel ist dabei fortlaufenden Änderungen unterlegen. Genauso wenig wie sich Spieler im aktuellen Standard oder Modern über einen Reprint von Hymn to Tourach freuen würden, genauso wenig Interesse dürften die meisten Spieler an einer weiteren Auflage einer 2/2-Todesberührungs-Kreatur für 3 Mana haben.

Nachdem dank Morph derzeit im Limited jede Menge Optionen für CMC3 verfügbar sind, scheint es (alleine aus dieser Perspektive) angemessen, brauchbare Karten für 2 Mana zu drucken. Vorteilhafterweise auch ein paar Starke, denn sonst wären die Spiele eintöniger, als sie es jetzt sind.

Da ich nicht annehme, dass der Dolchrücken-Basilisk (Daggerback Basilisk) je in irgendeinem Format Bedeutung erlangt hätte, spricht auch wenig dagegen, es mit einer "aufgewerteten" Version zu versuchen.

Alles ein alter Hut. Kreaturen werden stärker, Sprüche schwächer. Man erkennt den Fokus. Der wird von WotC aber auch so kommuniziert. Dass Karten von gestern nur noch "Schrottwert" hätten, ist in meinen Augen eine übertriebene Verallgemeinerung. Mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Ich kann aus Erfahrung nur das Peasant- und Pauper-Meta beurteilen. Da gibt es ein paar nahezu Modern-legale Decks. Doch der Großteil aller Listen setzt gerne auch auf verlässliches, altes Material ;-)

#10Mario Haßler     Online-Magic Skype kommentiert:  19.12.2014 - 21:38 Uhr

Ja, diese Diskussion ist nicht die erste zu diesem Themenfeld, und lostreten wollte ich sie mit meinem Bericht über unseren Weihnachtsabend ganz sicher auch nicht. Aber wenn es sich eben so ergibt – warum nicht?

Natürlich gibt es "altes Material", das nach wie vor brauchbar ist. Wenn es das nicht gäbe, würden sich wohl vermehrt Leute von dem Spiel abwenden. Es sind also eher die Ausnahmen, wenn Karten in einer Neuauflage besser sind als die aus der Vergangenheit. Mir sind aber schon diese Ausnahmen zu viel, zumindest wenn sich mir der Sinn nicht erschließt.

Dass eine Karte wie Grünspan (Verdigris) heute einfach nicht mehr zeitgemäß ist – ok. Aber was war schlecht an der Schwermut (Megrim), dass es Lilianas Umarmung (Liliana's Caress) in dieser Form gebraucht hätte? Hätte man Im Leid ertrinken (Drown in Sorrow) nicht ein bisschen anders machen können (z. B. –1/–2), um es von der Heimsuchung (Infest) abzugrenzen?

Zu den sonstigen Ausführungen: Das Limited-Argument hängt mir schon zu den Ohren raus. Man kann auch schlechte weniger gute Karten drucken, ohne sie gleich ins Lächerliche zu ziehen. Und wenn kein Interesse an einer weiteren 2/2-Todesberührungs-Kreatur für 3 Mana besteht – ja, ist es denn dann der richtige Weg, eine 2/2-Todesberührungs-Kreatur für 2 Mana zu drucken? Das ist doch Unsinn.

#11sinus   kommentiert:  20.12.2014 - 00:40 Uhr

Limited sorgt ja (entgegen deiner Darstellung hier) dafür, dass extrem viele "schlechte" Karten gedruckt werden. Also einfach Füllerkarten. Die braucht jedes Set und die findet man in jedem Set.

Warum ist es gleich Unsinn, bestimmte Karten besser zu machen? Die Intention von Wizards ist schließlich, Magic zu einem Kreaturenkampf mit größeren Boardsituationen zu machen, als dies viele "starke" Sprüche zulassen. Um aber den Fokus auf Kreaturen zu legen, muss man diese ja stärken. Sonst bleiben immer noch die starken Sprüche. Die ja alle vor langem schon gedruckt wurden.

Und: Wie grenzt du ab, ob eine Karte heute nicht mehr "zeitgemäß" ist? Warum darf Naturalisieren (Naturalize) in nahezu jedem Set gedruckt werden? Auch da gibt es ja eine Fülle schlechterer Alternativen.

Mich stört es wenig, dass in gelegentlichen Fällen Karten gedruckt werden, die das Prädikat "klar besser" als ihre Vorgänger verdienen. Das verpasst einzelnen Decks manchmal ein bisschen einen Kraftstoß nach oben ;-) Und so verändern sich Decks eben mit der Zeit. Hält die Spannung aufrecht.

#12Mario Haßler     Online-Magic Skype kommentiert:  20.12.2014 - 21:29 Uhr

Ich habe nichts dagegen, in meinen Decks alte Karten gegen bessere aus neueren Editionen auszutauschen. Aber ich möchte dabei abwägen, ob ich den 2/2 Todesberührer für {2}{g} nehme oder den 2/1 Todesberührer für {g}{g}. Ich frage mich, was daran so schwer zu verstehen ist.

Die "Intention von Wizards" interessiert mich dabei nicht, und gutheißen muss ich sie schon gleich gar nicht, oder? Ich teile auch nicht deine Auffassung, dass jedes Set Füllerkarten braucht, und dass Füllerkarten zwangsläufig extrem schlechte Karten sein müssen. Kreaturen ohne Fähigkeiten mit einem akzeptablen Verhältnis von Manakosten zu Stärke/Widerstandskraft sind meines Erachtens genauso als "Füllerkarten" geeignet (wie gesagt, wenn es derer überhaupt bedarf).

#13trischai   kommentiert:  21.12.2014 - 12:35 Uhr

Bei der Diskusion darf man nicht vergessen, dass auch eindeutig schlechtere Reprints an der Tagesordnung sind. Prominentestes Beispiel dafür ist Gegenzauber (Counterspell) und Abbrechen (Cancel). Auch Effekte werden angepasst wie bei Anspruch des Wolkenwaldes (Skyshroud Claim) und Pfad des Waldläufers (Ranger's Path).

Als Spieldesigner hat man bei einem so komplexen und sich ständig erweiternden Spiel einfach keine Chance alles von Anfang an richtig zu machen. Es bleibt nur der iterative Ansatz und ständiges ausprobieren was geht und was nicht. Dies führt aber zwangsläufig zu Fehlern in beide Richtungen. So waren lange Zeit 6 Mana Kreaturen schlecht und wurden in jüngster Zeit massiv verbessert. Mit den Titan Cycle vorallem mit Urtümlicher Titan (Primeval Titan) wurde der Bogen überspannt und seitdem hat sich das Powerlevel wieder verringert. Ähnliches trifft auf den Basilisk zu. 3 Mana für eine 2/2er mit Todesberührung war zu wenig. Vielleicht gut genug um als Füller zu dienen aber keine Karte die wirklich Begeisterung ausgelöst hat. Also wurde ein bischen die Schrauben nachgedreht und Erbe der Wildnis (Heir of the Wilds) kam raus. Dabei ist eben nicht die Denkweise Basilik war vom Powerlevel gut wir brauchen nur eine Alternative, sondern das Powerniveau war zu niedrig nur wenige Spieler haben sie ausserhalb von Limites gespielt, wir brauchen eine bessere Alternative.

Wir als Casualspieler haben einfach das Problem des Eternal Kartenpools, verstärkt durch die Tatsache, dass die große Masse der Casualspieler sich nur die Rosinen rauspickt ohne viel Wissen über Spielbalance. Da werden mal ganz schnell 4 Sonnenring (Sol Ring) in ein Deck gestopft und behauptet in dem Deck ist die Karten fair weil das Deck spielt ja nur XY. Dabei ist die vom Powerniveau richtige Karte für den Effekt Auge des Ur-Golems (Ur-Golem's Eye) egal was man sonst noch spielt. Aber auch das andere Extrem ist an der Tagesordnung. Viele Casuals halten aus Sentimentalität oder eigener Ästhetik an Karten fest die weit unterhalb der üblichen Stärke liegt. Weil sie eben nicht verstehen, dass es keine Garantie gibt, dass Karte XY in jedem Format spielbar sein muss. Gerade das Gegenteil ist der Fall, vorallem für Constructed Formate.

#14Jashin   ICQ kommentiert:  21.12.2014 - 15:43 Uhr

Wenn dich der Erbe so sehr stört, dann spiel halt in jedem Deck 4 Zauberschlinge (Spell Snare)n bis deine Gegner wieder den Basilisken spielen...
Nee, im Ernst: Ich bin da zwar nicht ganz so krass wie du, Mario aber im Prinzip schon auf deiner Seite. Mir wäre es auch lieber gewesen, der Erbe wäre nur 2/1. Aber andererseits bin ich froh, dass Wizards so starke Karten wie den Erben immer noch im Uncommon-Slot drucken, das ist heutzutage bei im Standard spielbaren Karten nicht mehr selbstverständlich! Es hätte sicherlich nur wenige Leute gewundert, wenn der Erbe ne Rare wäre und damit gerechtfertigterweise deutlich besser als der Basilisk...

#15Mario Haßler     Online-Magic Skype kommentiert:  21.12.2014 - 17:06 Uhr

Eigentlich wollte ich die Diskussion ja nicht mehr weiter anheizen (schließlich soll es doch kälter werden, endlich Schnee geben!), aber weil zuletzt die Seltenheitsstufen noch einmal erwähnt wurden: Im Grunde müsste eine Karte, die einen Fehler oder eine nicht so gut ausbalancierte Karte aus der Vergangenheit "korrigiert", in einer niedrigeren Seltenheitsstufe gedruckt werden als die ursprüngliche und/oder wiederholt in kommenden Editionen nachgedruckt werden, um uns Spielern genug Material in die Hand zu geben und die alte Karte in Vergessenheit geraten zu lassen (also so wie bei Grünspan (Verdigris)Naturalisieren (Naturalize)).

Ich teile auch nicht die Meinung, dass die Seltenheitsstufe ein Ausdruck der Stärke einer Karte ist oder sein sollte oder eine Entschuldigung für ihren Powerlevel – zumindest dann nicht, wenn es vergleichbare schwächere Karten in niedrigeren Seltenheitsstufen gibt (vergleiche Basiliskenhalsband (Basilisk Collar) vs. Kopf der Gorgo (Gorgon's Head), in anderen Worten: bessere Decks sind eine Frage der monetären Investition). Seltene Karten dürfen gerne stark sein, müssen sie aber nicht. Viel wichtiger finde ich, dass sie etwas Besonderes sind. Im besten Fall repräsentieren sie eine Gewinnstrategie und/oder regen dazu an, ein Deck um sie herum zu bauen.

Was das eigentliche Thema angeht, bleibe ich dabei: Ich wünschte mir, dass in neuen Editionen keine Karte erscheint, die direkt vergleichbar mit einer schon bestehenden Karte ist und in jeder Hinsicht strikt besser (oder strikt schlechter). Sie sollte anders sein und im Falle einer direkten Vergleichbarkeit in mancher Hinsicht besser und in anderer schlechter. Die Einschätzung, welche Karte für das jeweilige Deck besser geeignet ist, sollte uns Spielern überlassen bleiben. Wenn WotC der Meinung ist, so etwas wie den Gegenzauber (Counterspell) nicht mehr drucken zu wollen, dann ist nicht Abbrechen (Cancel) der richtige Ersatz, sondern Karten wie Auflösung (Dissipate) oder Auflösen (Dissolve).

#16sinus   kommentiert:  21.12.2014 - 21:51 Uhr

Ich verstehe deine Meinung ja voll und ganz und auch ich sehe lieber neue und innovative Karten, als funktionale Reprints. Und für mich geht das auch eine Spur weiter. Rakshasas Geheimnis (Rakshasa's Secret) ist in meinen Augen ein funktioneller Reprint von Gedankenzersetzung (Mind Rot), auch wenn es im Sultai Delve Deck einen (seteigenen) Vorteil generiert und dafür nicht die eigene Hand in den Friedhof befördern kann.

Der Wunsch, eine Edition ohne Füllerkarten zu sehen, ist in meinen Augen utopisch. Wäre machbar, dann wäre die Edition aber wohl kleiner. Und nachdem Drafts recht gutes Geld und viele Karten unter die Spielergemeinschaft bringen wird sich daran in Zukunft (meiner Einschätzung nach) wenig ändern.

Das Herabstufen der Seltenheit passiert ja auch gelegentlich. Und freut dann im Regelfall besonders das Peasant-Spieler-Herz.

#17Fireslinger   kommentiert:  22.12.2014 - 13:03 Uhr

Nach M 2016 wird es keine "Core Sets" mehr geben und nach dem Khans Block werden die Blöcke nur noch aus zwei Editionen bestehen. Das ist meiner Meinung nach der richtige Schritt seitens WotC, um das Inflationsproblem in den Griff zu bekommen und sich nicht in die kreative Sackgasse zu manövrieren. Mal ehrlich - jedes Jahr ein neues Core Set hätte es niemals gebraucht...

#18sinus   kommentiert:  22.12.2014 - 13:56 Uhr

@Fireslinger: Weder Core-Set noch die aktuelle Block-Struktur haben etwas mit dem "Inflationsproblem" zu tun. Und M13 war zum Beispiel ein richtig feines Set. Von kreativer Sackgasse nicht die Spur. Auch die "Gastdesigner" in M15 haben einen netten Job gemacht.

Die Änderung der Blockstruktur ist auf die Schwäche der dritten (oder in Ausnahmefällen) zweiten Editionen der Blöcke zurückzuführen.

#19Jashin   ICQ kommentiert:  22.12.2014 - 16:08 Uhr

Ganz im Gegenteil.
Das Wegfallen der Coresets wird nur dazu führen, dass die generischen Standard-Karten, die es nun mal braucht, vermehrt in den Blöcken auftauchen. Ich erwarte noch mehr untinteressante Karten in den Sets.


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