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Spielbericht vom 31.07.2018 – "Common Highlander"

von Mario Haßler, 02.08.2018 - 22:23 – Spielbericht · Multiplayer

Schon gehört? Venzuela leidet unter einer Hyperinflation. Vor zwei Jahren lag die Teuerungsrate bereits bei rund 800 Prozent. Das bedeutet, wenn man Anfang 2016 für eine Ware 500 Bolívar zu bezahlen hatte, waren es Ende des Jahres bereits 4.500 Bolívar. Für 2018 wird mit einer Inflationsrate von bis zu 1.000.000 Prozent gerechnet. Die Älteren unter uns kennen das vielleicht noch aus der Weimarer Republik, ihr wisst schon, damals, 1923. Ok, möglicherweise auch eher nicht. Wenn man spaßeshalber mal die dreihundertfünfundsechzigste Wurzel aus der Million nimmt, sieht es übersichtlich aus: Der morgige Preis liegt gerade mal 2,5% über dem heutigen. Aber in vierzehn Tagen sind schon über 40 Prozent mehr zu bezahlen, alle vier Wochen hat sich der Preis mehr als verdoppelt, und alle drei Monate hat er sich sogar verzehnfacht. Kuriosität am Rande: Da Benzin stark subventioniert ist, ist Wasser um ein Vielfaches teurer als Sprit. Auto müsste man sein.

Ok, für die Venezuelaner ist das weder kurios noch spaßig. Seien wir froh, dass unsere Inflationsrate so niedrig ist, dass die Nullzinspolitik unser Erspartes nicht ganz so schnell auffrisst. Nichtsdestoweniger gibt es Inflation überall, auch hier bei uns, bloß in geringerer Ausprägung. Und das betrifft nicht nur das Geld. Auch die Sprache leidet.

Neulich im Radio, es geht um das Ed-Sheeran-Konzert in München, die Moderatorin kündigt die beste Bühnenshow der Welt an. Um sie kurz darauf mit "ein Mann und seine Gitarre" zusammenzufassen. Alles sinngemäß, ich habe mir die exakte, an Hirnrissigkeit nur schwer zu überbietende Wortwahl nicht gemerkt oder notiert. Ed Sheeran, war das nicht der Typ, für den man über hundert Bäume fällen wollte, damit er das Publikum mit seinen Songs beglücken kann? In der heutigen Zeit? Weil es keinen anderen Ort gibt, wo man anderen Menschen seine Lieder vortragen könnte, ohne vorher Bäume fällen zu müssen? Echt jetzt?

Ich schweife ab. Es geht mir ja gar nicht um Ed Sheeran, möge jeder, der ihn gerne hört, dabei glücklich werden. Es geht mir um die Superlative. Es kann heutzutage keine "großartige" Bühnenshow mehr sein oder eine in ihrer Einfachheit "betörende" Bühnenshow, sie kann nicht bloß "beeindruckend", "imposant" oder "toll" sein, nein, es muss unbedingt die beste Bühnenshow sein, die beste in München, die beste in Bayern, die beste in Deutschland, die beste auf der ganzen Welt! Ausrufezeichen! Immerhin, da ist noch Luft nach oben, andere beziehen gleich unser Sonnensystem mit ein, die Galaxis oder sogar das ganze Universum. Auch wenn sie nie den Planeten verlassen haben oder wenigstens mal aus Altötting herausgekommen sind. Sollen die Spaßbremsen aus dem Sternsystem Alpha Centauri doch mal das Gegenteil beweisen. Manche steigern dazu, was sich nicht steigern lässt: das Einzigste, das Optimalste, das Vollkommenste.

Richtig traurig (und das meine ich im wahrsten Sinne des Wortes) wird's, wenn auch noch die Zeit hinzugenommen wird. Den besten Moment des Tages, die beste Party am Wochenende und das beste Tor des Monats lasse ich mir ja noch gefallen. Insbesondere wenn es sich um eine Retrospektive handelt. Aber im Januar schon das Top-Ereignis des Jahres zu feiern, lässt den Rest des Jahres trist und grau werden. Vor allem, wenn man dann dieses Top-Ereignis sogar noch verpasst. Aber auch hier sind wir schnell beim Jahrhundert oder beim Jahrtausend, und das bedeutet, dass wir und alle, die wir kennen, wie auch unsere und deren Kinder und Enkel, bereits geboren oder noch nicht mal gezeugt, für den Rest unseres und ihres jämmerlichen Lebens nie (Pause) wieder (Pause) etwas (Pause) Besseres (Pause) bekommen werden. Wie deprimierend. Wofür lohnt es sich da überhaupt noch, weiter zu leben, Kinder in die Welt zu setzen, Enkel zu zeugen oder zeugen zu lassen? Ach ja, und es gibt natürlich auch hier das Nonplusultra, das beste Irgendwas aller Zeiten, oder neudeutsch ever (mit synkopenähnlicher Pause am Anfang, gefolgt von einem hochnäsigen, breitmauligen "ä"`:äver)!! Zwei(!!) Ausrufezeichen!! Episch halt.

Aber im Grunde passt das zum allgemeinen Duktus des Umgangs mit Sprache und des sprachlichen Umgangs miteinander – oder besser: gegeneinander. Keiner weiß Bescheid, aber jeder hat eine Meinung. Und kann die auch nicht für sich behalten. Sie gehört hinausposaunt, dem anderen (ich mag nicht schreiben: Andersdenkenden, oder gar: anders Denkenden) um die Ohren gehauen. Auf allen Ebenen. Hasskommentare unter Facebook- und Twitter-Posts, rechte Hetze in den "Lesermeinungen", Pegida-Sprech auch in den "etablierten" Parteien der Landes- und Bundespolitik (bestimmt nur zufälligerweise wieder mit Verbindungen nach Bayern), verbaler Dünnpfiff, entgleisende Geistesdarbietungen und politische Kakophonie sogar beim Führer der freien Welt, der wenn nicht größten, so doch großartigsten Demokratie, die man für Geld kaufen kann, ein Mensch, der auf ganz natürliche Weise über jeden Selbstzweifel erhaben ist. Zu Recht! Denn er mag vielleicht kleine Hände haben, aber er ist ein sehr, sehr guter Präsident, bitteschön, wer bräuchte da noch andere Vorbilder?

Und außerdem: Haben wir keine anderen Probleme? Doch, haben wir. Oxfam schrieb Anfang des Jahres: "In nur vier Tagen verdient der Vorstandsvorsitzende von einem der fünf größten Modekonzerne so viel wie eine Näherin in Bangladesch in ihrem ganzen Leben." In. Ihrem. Ganzen. Leben. Und die Pommes werden womöglich teurer (hier, nicht in Bangladesch), wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit (ebenfalls hier, nicht in Bangladesch; obwohl, ich weiß nicht, wie das Wetter in Bangladesch ist, war noch nie dort, meine einzige Verbindung zu diesem Land sind die T-Shirts, die ich trage). Nur zwei von vielen Problemen, die wir haben, während wir den Erdüberlastungstag in diesem Jahr schon am 1. August feiern können. Interessiert niemanden. Noch Fragen?

Vielleicht die: Warum diese weitschweifige, thematisch unpassende und vor fake news sicherlich nur so strotzende Einleitung? Antwort: Weil keiner das so gut kann wie ich. Weil der folgende Spielbericht frei ist von moralischem Ballast und nicht zuletzt deshalb der geilste ist, den du heute lesen wirst! Und weil dieser nur ein einzigstes Spiel enthält. Aber dieses eine Spiel ist nicht nur den irdischen Problemen weitestmöglich (ja, ihr Superlativisten, so heißt das, nur Ignoranten schreiben "weitmöglichst") entrückt, sondern zugleich das absolut phänomenalste "Common Highlander"-Spiel, das die Welt je gesehen hat!! Ever!!! Drei(!!!) Ausrufezeichen!!!

"Zombie-Magic" (4 bis 6 Spieler)

Wir sind zu viert – Axel, Sabine, Benjamin und ich – und kommen auf die geniale Idee, "Zombie-Magic" zu spielen. Das hatte uns schon im November 2017 ermöglicht, später eintreffende Mitspieler geschmeidig ins laufende Spiel zu integrieren, was eine ganz wundervolle Sache ist! Ein paar Monate später haben wir dann die Erfahrung gemacht, dass so ein Spiel ziemlich lange dauern kann, aber weil das ja die eigentliche Bedeutung von "episch" ist, gehen wir das Risiko gerne ein. Heute soll es noch epischer werden, es wird vermutlich die epischste Partie des Jahrhunderts!

Für meine Spielnotizen nehme ich anfangs ein auf DIN A5 gefaltetes Blatt Papier hochkant, schreibe "1" für das erste Spiel und "Zombie-Magic" drauf und notiere die vier Namen am oberen Rand. Es soll bald eng und unübersichtlich werden, ja der Zettel wird bald dermaßen vollgequetscht beschrieben und gekritzelt sein, wie man es zuvor noch nie gesehen hat. Aber die Spielzüge haben es auch in sich: Benjamin legt mit dem Ondu-Riesen los, der ihm nicht nur ein zusätzliches Land beschert, sondern der mit den Drachenflügeln auch noch zum Flieger wird. Bei mir kommt sogar ein Labyrinth-Gleiter, der von sich aus fliegt und sogar allen meinen mehrfarbigen Kreaturen das Fliegen beibringen kann! Und ich bin sehr, sehr sicher, dass mehrfarbige Kreaturen folgen werden!!

Dass Axel sich mit einer Tödlichen Einsiedlerspinne absichern kann, ist aus seiner Sicht fantastisch, und Sabine bringt mit dem Minister für Hindernisse und einem Fächerträger sogar vollkommen flexibel einsetzbare Störelemente ins Spiel. Dass sie von ihnen zunächst kaum Gebrauch macht, wie auch von ihrer Reliquie von Progenitus, ist Teil eines fulminanten Plans, und wer das nicht versteht, der blickt's halt nicht.

Wir sind gerade in der zweiten Runde, da trifft Stefan ein und nimmt zwischen Sabine und Benjamin Platz. Meinen Notizzettel passe ich souverän an, indem ich an der entsprechenden Stelle einfach eine Spalte dazwischenquetsche und "Stefan" darüber schreibe. Es ist wirklich erstaunlich, wie einfach das sein kann. Stefan holt zwei Züge nach und steigt dann mit der Dommelgreif-Vorhut ins Spiel ein, gefolgt von einer Hellsichtigen Chimäre. Die doppelt-blauen Manakosten kann er sich leisten, weil sein erstklassig ausgeklügeltes Deck, anders als die Decks der übrigen Spieler, nur dreifarbig ist. Wer braucht schon rot oder grün? Absolut cool!

Während Axel mit dem Dämonenhorn auf schwarze Zaubersprüche lauert – und wahrlich, er soll sie bekommen, und zwar nicht zu knapp! – hole ich mir den Frostwind-Beschwörer dazu und verzaubere ihn mit dem Siegel des Schlafes. Tatsächlich kann ich einmal von Sabines Tappern unbehelligt angreifen, und ohne zu zögern schicke ich ihr den Minister für Hindernisse geradewegs auf die Hand zurück. Ich kann selbst kaum fassen, wie gut das geklappt hat, und will das nächste Runde mit der Abschirmenden Blase noch besser machen. In meiner großzügigen Art lege ich den Aurenzauber erst auf den Stapel und beschreibe, was ich vorhabe, damit jeder noch die Gelegenheit hat, darauf zu reagieren. Mit Tappen zum Beispiel. Aber es ist dieser Schuft von Benjamin, der mit dem Amulett aus Naya dazwischenfunkt und den Vogel Meervolk-Zauberer einfach abschießt. Nicht nett!

Dass Benjamin dann mit dem Izzet-Chronarch das Naya-Amulett wieder aus dem Friedhof fischen kann, ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, Sabine von ihrem geheimen Plan, den letztlich ja doch keiner verstanden hat, abzubringen, und ihr zu erklären, wie man die nicht-selbstzerstörerische Fähigkeit der Progenitus-Reliquie auf raffinierte Weise einsetzen kann, um einen Friedhof möglichst klein zu halten. Danach aktiviert sie die Fähigkeit fast jede Runde. Geht doch. Im eigenen Zug. Na, besser als gar nicht. Mal bei Benjamin, mal bei anderen Spielern, um der Gerechtigkeit willen. Hmpf.

Immerhin nutzt unser aller Freund Benjamin das Amulett, um Stefans Schoßtier des Hintermanns abzuschießen. Das mindert die fiesen Abnötigen-Tricks, rottet sie aber nicht aus, weil auch noch ein Syndicus der Zehntabgaben mitmischt. Aber schon ist Benjamin, unser großartiger Retter, mit einer Erinnernden Mauer zur Stelle, um das Amulett aus Naya ein weiteres Mal aus dem Friedhof zu holen. Da können andere sich mal ein Beispiel dran nehmen! Was aber tut Stefan, als Benjamin mit dem Schadenszauber auf den Syndicus zielt? Gegenzauber! Noch dazu total herablassend gespielt! Wie unfair!!

Mit einem Soltarischen Geisterseher geht Stefan dann durch Angriffe den Lebenspunkten und Verzauberungen anderer an den Kragen, und die Schildmaid aus Ellgau sichert den Syndicus der Zehntabgaben ab. Abnötigen bis ans Ende der Zeit? Für mich ist der Schurkenspieler des heutigen Abends bereits ausgemacht. Die anderen sehen das nicht so, ihnen fehlt der Durchblick, sie fangen damit an, meine Kreaturen mit Auren wie dem Wonnigen Herumliegen auszubremsen – diese stammt von Axel, diesem Verbrecher, der wird das noch büßen. Und das nur, weil bei mir eine Labyrinth-Abscheulichkeit dazu gekommen ist, mein Abtrünniger Zauberer das Feld von Schwächlingen bereinigt und ein Schlurfender Zytobrüter das tut, was er am besten kann: fett sein und andere mästen.

Mit der Seidenfesselfee und dem Beherrscher aus Vectis steigt Axel nun auch ins Tapp-Business ein, er braucht sich nicht wundern, wenn keiner ein gutes Wort für ihn übrig hat. Bei Sabine kommt sogar ein Wolliges Thoktar, das sich mit den Schimmernden Flügeln in die Lüfte erhebt, aber ihm ist nur ein Angriff vergönnt, bevor ich es Meucheln kann. Die Flügel kann Sabine aber auf ihre Hand retten, da sieht man die ganze Hinterlistigkeit. Gefälliger wird es mit der Vigischen Hydrokultur, die Sabine zum Zwecke des Propfens in ihr Beet einpflanzt. Von aggressiverer Natur ist hingegen Benjamin, der Emrakuls Hand beschwört und die Drachenflügel aus dem Friedhof dranklebt. Nur gut, dass ich den schwergewichtigen Eldrazi zu Bolas' Sklaven machen kann. Ein Angriff bleibt mir trotzdem verwehrt, Schuld ist natürlich(!) Axels Seidenfesselfee.

Dass Benjamins Archäomagierin eine Entdeckungsreise aus dem Friedhof wieder auf die Hand bringt, ist für den vorbildlich mitdenkenden Stefan der Anlass, den Nivix-Gildenmagier per Kentern ebenfalls fortzuschicken. Doch Benjamin hat genug Mana, um im nächsten Zug den Gildenmagier wieder auszuspielen, die Entdeckungsreise mit Verflechtung zu wirken und mit der Gildenmagier-Fähigkeit zu kopieren, um vier Länder aus der Bibliothek ins Spiel zu bringen. Die Gier des Menschen ist unersättlich, aber nicht nur nach Ländern gelüstet es Benjamin, diesem windigen Typen, auch nach Lebenspunkten und Karten dürstet ihm, und da kommt ihm der Fluss-Wiedehopf gerade recht.

Christine trifft jetzt ein, sodass wir zu sechst sind. Mein erster Notizzettel ist auch fast schon voll, sodass ich auf einem neuen Blatt im DIN-A4-Format fortfahre und die nun benötigten sechs Spalten neu und ordentlich ziehen kann. Oben schreibe ich "noch 1" drauf als Kennzeichnung, dass diese Notizen noch immer zum ersten Spiel gehören. Christine bekommt so viele Lebenspunkte wie Sabine, aber das hat nicht das Geringste mit Diskriminierung oder ungerechter Behandlung von Frauen zu tun, sondern schlicht damit, dass Sabine 20 und somit die wenigsten Lebenspunkte hat und wir vereinbart haben, dass Späteinsteiger sich nach dem niedrigsten Punktestand richten müssen. Nach drei Vorbereitungszügen sehen wir bei Christine unter anderem ein Ondu-Großhorn und ein Steinzuflucht-Medikus, womit sie deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt. Sabine legt sich hingegen einen Westwind-Ansturm zu, der ihr noch vortrefflichste Dienste leisten wird.

Doch erst einmal holt der missgünstige Benjamin zum Rundumschlag aus, zaubert Ulamogs Wegbereiter herbei, nur um ihn gleich darauf für eine Wundsekret-Explosion zu opfern, die allen Kreaturen den Garaus machen soll. Das wäre natürlich eine gute Möglichkeit, Stefans Schildmaid-bewachten Syndicus der Zehntabgaben loszuwerden, aber es ist trotzdem herrlich anzusehen, wie Axel mit Schneid und einem Zaubersauger diesen Traum platzen lässt, wobei besonders hervorzuheben ist, dass er außer der Seidenfesselfee keine blauen Karten kontrolliert, Benjamin sich aber trotz seines riesigen Manapotenzials so verausgabt hat, dass er nicht mal mehr in der Lage ist, ein zusätzliches {1} zu bezahlen. Ich wusste es schon immer: Auf Axel ist eben Verlass.

Das hält mich freilich nicht davon ab, mit Ulamogs Schläger bei Axel anzuklopfen, auch wenn mich das Managebühren kostet, weil mein Angreifer von Axel Durch Weisheit eingeschüchtert ist. Der Eldrazi ist dank der +1/+1-Marke vom Schlurfenden Zytobrüter 9/9 und wird von diesem zum Trampler gemacht, der durch die frech blockende Tödliche Einsiedlerspinne zwar ausgeschaltet wird, dafür Axel aber insgesamt vier Karten kostet. Das nenne ich eine positive Handelsbilanz! Den Westwind-Ansturm hat Stefans Soltarischer Geisterseher im Visier, doch den Angriff lässt Sabine in einem Erstickenden Ruß enden, woraufhin Stefan den Soltari-Kleriker auf die Hand Hinunterziehen kann.

Sollte sich doch die bei mir ja schon längst vorhandene Einsicht durchsetzen, dass größere Anstrengungen vonnöten sind, um Stefan mit seinen über 50 Lebenspunkten paroli bieten zu können? Mitnichten. Schon mein Hirsch aus dem Beilbrecherwald fängt sich von Sabine einen Pazifismus ein. Wie schäbig. Aber ich lasse nicht locker, lege einen Leckerbissenhamsterer und einen nichts verschlingenden Verschlingenden Wurm nach, die dank Labyrinth-Gleiter und -Abscheulichkeit fliegende Todesberührer sind und sich primär auf Stefan, sekundär auf Axel stürzen, die zwei Gegner mit den meisten Lebenspunkten. Außerdem kann ich Axels Seidenfesselfee mit dem Abtrünnigen Zauberer abschießen, nachdem diese Sabine angegriffen hat, um den Tappzustand zu erreichen, dort aber auf Gegenwehr durch eine 2/3-Kreatur getroffen ist. Damit es aber insgesamt nicht zu wenige Tapper auf dem Feld gibt, legt Stefan einen Benalischen Fallensteller nach. Ja wirklich, das haben wir gebraucht. Und ich ahne jetzt schon, dass mein Unheil von Bala Ged nicht zum Angreifen kommen wird. Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Denkt denn jeder nur noch an sich?

So schlimm ist es dann doch nicht: Als Benjamin ein Amulett der Evolution nutzen will, um mit Nivix-Gildenmagier-Unterstützung zwei Kreaturen aus dem Friedhof wieder zu beleben, lässt sich Sabine überreden, ihre so sträflich vernachlässigte Reliquie von Progenitus zu opfern, um das zu verhindern. Allerdings gelingt es Benjamin erstaunlich schnell, den Friedhof wieder zu füllen, um einen zweiten Anlauf zum Generalabräumer starten zu können. Bevor er aber den schon lange erwarteten Kreisenden Sandsturm wirkt und mit dem Nivix-Gildenmagier kopiert, nutzt er ein Jeskai-Amulett, um meinen Labyrinth-Gleiter aus dem Spiel zu befördern, damit bei mir auch ja keine Kreaturen mehr fliegen. (Das nur zur Abschreckung in der Defensive eingesetzte Froschodil, mittlerweile 6/8, kann ja selbst nicht fliegen.)

Der doppelte Sandsturm sorgt fast überall für tödlichen Schaden, nur Sabine hat geistesgegenwärtig ihren Westwind-Ansturm genutzt, um alle ihre Kreaturen in sichere Höhen zu bringen. Stefan verpflichtet dann die Gelehrte des Athreos, und wir können von Glück reden, dass er nicht mehr als zwei schwarze Manaquellen hat. Christines Versuch, die eine davon, das Dimir-Aquädukt, durch Randalieren auszuschalten, kann Stefan jedoch mit einem Behindernden Licht vereiteln. Das ist mal wieder typisch für ihn, nie um eine Antwort verlegen, immer das letzte Wort haben. Peinlich genug für Stefan, dass er es nicht schafft, dem, bildlich gesprochen, schon am Boden liegenden Benjamin die letzten Lebenspunkte zu rauben, und auch Axel kommt nicht ganz zum Ziel, und so kann schließlich Sabine mit ihren Fliegern punkten und Benjamin zu ihrem Zombie machen. Der bekommt 20 neue Leben und legt das Sinnbild der Zähigkeit auf den Tisch, was aber im Grunde nur angeberisch wirkt, weil es in dieser Phase des Spiels keine gravierenden Auswirkungen hat.

Sabine hat sich damit selbst zu einem attraktiven Angriffsziel gemacht, und ich versuche mein Glück mit einem Lehmkrustenriesen, den sie jedoch Beseitigen kann. Christine hat mit ihrem Benthischen Infiltrator bessere Karten, aber der macht zu wenig Schaden. Sabine legt derweil einen Böentreiber nach, während Stefan per Ausschlachten den Syndicus der Zehntabgaben und die Schildmaid aus Ellgau zurückholen will, angesichts von Benjamins Sinnbild der Zähigkeit Letztere aber lieber durch eine Zehnttrinkerin ersetzt. Nun ist Sabine angezählt, denn mit nur noch zwei Lebenspunkten ist sie ein leichtes Fressen für Stefan.

Aber erst einmal bekomme ich noch eine Chance, und der Kriecher aus Kederekt sowie ein Nebelmantel sollen dabei der Schlüssel zum Erfolg sein. Doch eine eigene Kreatur mit der Aura zu verzaubern hätte nur zur Folge, dass Sabines Fächerträger diese getappt hätte. Also wage ich einen riskanten Schritt und verzaubere die Abzan-Führerin von Christine mit der Unblockbar-Macher-Aura! Wie geil ist das denn!! Nun hat Sabine die Wahl: Entweder sie wehrt sich durch Tappen und verlustreichem Blocken gegen meinen Angriff und wird dann zu Christines Zombie, oder sie gibt sich meiner Attacke hin und behält ihre Kreaturen. Mein brillanter Plan geht auf, Sabine entscheidet sich für Letzteres, mein Angriff kommt durch, und Sabine und Benjamin werden zu meinen Zombies. Soo! muss Magic.

Mit Benjamin gehören nun auch ein Eldrazi-Zerstörer sowie ein damit verbandelter Lanzenträger aus Hennweier zum Team, aber die helfen mir nicht bei meiner Verteidigung. Mit einem Kor-Hakenkämpfer hält Stefan dann meinen Labyrinth-Gleiter vom Blocken ab, dabei kann er zweimal Abnötigen, sodass nun ich bei nur noch zwei Lebenspunkten angekommen bin. Sein nachfolgender Angriff wäre somit tödlich für mich, aber hier funkt nun Christine mit einem Todesschuss dazwischen. Und so verfehlt Stefan zum zweiten Mal haarscharf sein Ziel, einen anderen Spieler zu bezwingen. Heißt aber auch: Meinem Team und mir bleibt nur eine Runde Zeit, die noch immer fatale Bedrohung durch die Gelehrte des Athreos und die Abnötigen-Kreaturen auszuschalten.

Dazu holt Benjamin erst einmal Christine ins Team, indem er ihr im Angriff die letzten Lebenspunkte raubt. Axel ist auch schon im roten Bereich, aber ich halte meine Kreaturen lieber als Blocker zurück. Christine kann dann Axel zu meinem Zombie machen, sodass Stefan der letzte freie Überlebende ist. Irgendwem gelingt es auch noch, Stefans Kreaturen wieder auf die Hand zu schicken, aber in seinem Zug könnte er wahlweise die Gelehrte des Athreos wieder ausspielen und ihre Fähigkeit zweimal aktivieren oder eine Abnötigen-Kreatur wie die Zehnttrinkerin beschwören und zwei Sprüche mit Abnötigen nachlegen, um zu gewinnen. Er entscheidet sich für die zweite Variante, Stefan kann mir meine letzten Lebenspunkte rauben, und damit geht er als Sieger aus diesem wahrlich epischen Spiel hervor. Weil ja keiner auf mich hören wollte.

HIER UND AN DIESER STELLE ERKENNE ICH STEFAN DEN SIEG JEDOCH WIEDER AB! WEIL ER AUF HINTERHÄLTIGSTE WEISE GELOGEN UND BETROGEN HAT, UND DAS VERMUTLICH NICHT ZUM ERSTEN MAL!! DEN SOLTARISCHEN GEISTERSEHER HÄTTE ER NÄMLICH GAR NICHT MIT HINUNTERZIEHEN VOR SABINES ERSTICKENDEN RUẞ RETTEN KÖNNEN, WEIL DAS EINE HEXEREI IST UND KEIN SPONTANZAUBER!!!



2 Kommentare

#1Platin-Engel   Online-Magic kommentiert:  03.08.2018 - 09:29 Uhr

Hinterhältiger Stefan wird behaupten es war ein Zurückstoßen (Repulse). Sabine lässt mit der Reliquie eindeutige Beweise verschwinden. Manipulierter Sieg. Schlimm. Sehr, sehr schlimm.

Der Überlastungstag (best. day. ever.) von Deutschland war übrigens am 2. Mai. Keine Ahnung ob Ed Sheerans Bäume dabei schon fälschlicherweise mit eingerechnet wurden.
Grüße gehen hierbei raus an die Näherin aus Bangladesch, die dazu beiträgt den globalen Überlastungstag nach hinten zu verschieben (wenn alle Leute der Welt so leben/konsumieren würden wie die Bewohner von Bangladesch, bräuchten wir nur 0,47 Erden).

#2Mario Haßler     Online-Magic Skype kommentiert:  21.08.2018 - 18:30 Uhr

:-)


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