derzeit online: 111 Besucher und keine registrierten Benutzer
URL für diesen Beitrag

Dredge

von Dragonlord, 27.01.2011 - 14:24 – Allgemeines

Dredge (Legacy)
oder auch Ichorid


1. Einleitung/Erklärung
2. Decklisten
3. Sideboard
4. Spielweise
5. MatchUps


1.
In diesem Artikel werde ich versuchen mein Lieblingsdeck detailliert
vorzustellen.
Dredge ist ein Aggro/Combo.dec, welches den Friedhof, wie kein anderes Deck, nutzt. Seit Ravnica/Time Spiral kursiert dieses Deck in allen Formaten. Zuerst wurde es im Standard gespielt, recht schnell erkannten die Extendedspieler die enorme Stärke des Decks und erzielte in jenem Format
große Erfolge. Durch diese Erfolge bekam es die Aufmerksamkeit der „Eternalspieler“ und kurze Zeit darauf wurde es legacy- und vintagetauglich
erweitert und verbessert.
Zur Deckstrategie ist zu sagen, dass dieses Deck wohl das einzigste ist, welches sich nicht wie ein Magicdeck spielt oder anfühlt. Eher wie ein ganz anders Sammelkartensystem. Man spielt zuallererst ein sog. „discard outlet“, also eine Karte, für deren Fähigkeit man Karten von der eigenen Hand abwerfen kann, wie zum Beispiel Putrid Imp oder Tireless Tribe.
Am Ende des gegnerischen Zuges oder im eigenen Upkeep wirft man dann eine Karte mit der Fähigkeit „Dredge X“ ab und anstatt eine Karte zu ziehen benutzt man „Dredge“ (Falls du eine Karte ziehen würdest, kannst du stattdessen ganau X Karten oben von deiner Bibliothek auf deinen Friedhof legen. Falls du dies tust, bringe diese Karte aus deinem Friedhof auf deine Hand zurück. Ziehe sonst eine Karte.).
Ichorid, der im Upkeep immer wieder kommt und Narcomoeba, die normalerweise sich direkt ins Spiel schleicht, sorgen für genügend Futter für
Cabal Therapy, die für ihre Flashbackkosten gespielt wird und den Gegner alles Gefährliche discarden lässt. Zudem bekommt man durch die Bridge from Below 2/2er Zombies, die schnell zu einer ordentlichen Armee gezüchtet werden und dann den Gegner zusammen mit einem Gogari Grave-Troll, der per Dread Return ins Spiel gebracht wurde überrennen.
Für ordentlich Speed sorgen Breakthrough, Careful Study und Cephalid Coliseum, die es ermöglichen im zweiten Zug fast seine ganze Bibliothek in den Friedhof zu legen.


2.
Es gibt zwei Versionen vom Dredge.dec. Die eine spielt mit dem Lion’s Eye Diamond, welcher First Round Kills ermöglicht. Die andere spielt ohne das LED und tötet aufgrund von einer höheren Anzahl an Ländern und mehr permanenten „discard outlets“ zwar langsamer, aber konstanter.
In einem Meta, wo viel Combo rumläuft ist die aggressive Liste mit LED die bessere Lösung. Derzeit sind aber viele Aggro und Aggro/Contol.decs am Start und deshalb ist momentan die LEDless Liste die bessere Wahl.

Meine aggressivste Liste mit LEDs.
2/2er Serben by Team SpasticalAction

4 Gemstone Mine
4 City of Brass
4 Zephliden Kolosseum
4 Golgari Grave-Troll
4 Stnkwurzbold
3 Golgari Thug
4 Ichorid
4 Putrid Imp
4 Narcomoeba
1 Flame-Kin Zealot
1 Iona, Shield of Emeria
4 Lion’s Eye Diamond
4 Cabal Therapy
3 Dread Return
2 Careful Study
2 Deep Analysis
4 Breakthrough
4 Bridge from Below

Sideboard
4 Ancient Grudge
4 Nature’s Claim
3 Unmask
2 Tireless Tribe
1 Ray of Revelation
1 Chain of Vapor

Und nun meine aktuelle Liste, mit der ich beim letzten Turnier 2ter wurde.
MatratzenOutlet by Team SpasticalAction

4 Gemstone Mine
4 City of Brass
4 Zephliden Kolosseum
3 Tarnished Citadel
4 Golgari Grave-Troll
4 Stnkwurzbold
3 Golgari Thug
4 Tireless Tribe
1 Darkblast
3 Ichorid
4 Putrid Imp
4 Narcomoeba
4 Cabal Therapy
2 Dread Return
4 Careful Study
4 Breakthrough
4 Bridge from Below

Sideboard
4 Ancient Grudge
4 Nature’s Claim
1 Chain of Vapor
1 Ray of Revelation
1 Iona, Shiel of Emeria
1 Ancestor’s Chosen
1 Terastodon
1 Dread Return
1 Flame-Kin Zealot

Man spielt in Dregde.decs nur Länder, die beliebiges Mana machen können und ein Playset vom Cephalid Coliseum, dass als „draw engine“ benutzt wird.
Es gibt noch Listen, die mit Bloodghast und Undiscovered Paradise spielen, aber meiner Meinung nach ist die Bloodghast-Engine einfach zu schwach und zu langsam.


3.
Das Sideboard ist das Wichtigeste an dem Deck. Man muss genau wissen, was der Gegner reinboardet, um dann mit seinen eigenen Boardkarten reagieren zu können.
Die relevanten gegnerischen Boardkarten (Es gibt viele Karten, die gegen Dredge mächtig reinhauen, aber ein Großteil davon wird nicht gespielt, da die Karten zu situativ sind und/oder gegen andere einfach nichts machen):

Tormod’s Crypt/Relic of Progenitus
Die beiden Artefakte sind die häufigsten Boardkarten gegen Dredge.
Sie lassen sich gut mit Ancient Grudge zerstören. Normalerweise kommt man nach einer gezündeten Crypt wieder ins Spiel, da man sich ein „discard outlet“ und einen „Dredger“ auf der Hand behält und nicht alles in den Friedhof schmeißt. Gegen mehrere Crypten ist es schon erheblich schwieriger zu gewinnen, den je mehr das Deck an Friedhof verliert, desto weniger „Treibstoff“ hat es dann, um den Gegner umzuhauen.

Leyline of the Void
Eine Herausforderung für jeden Dredgespieler dagegen anzuspielen. Entweder man findet früh ein Nature’s Claim per normal draw oder man versucht sich im BeatdownModus, indem man Narcomoeba, Putrid Imp, Tireless Tribe und den Golgari Thug von der Hand spielt und dann darauf hofft, dass der Gegner eine schwache Hand mit Leyline gehalten hat und an den 1/1er zu Grunde geht. Meistens sieht es jedoch gegen diese Verzauberung nicht allzu blendend aus und man verliert das Spiel.

Randomkramm wie z.B. Pyroclasm, Extirpate, Moat
Häufig wird man auch mit zufälligen Karten konfrontiert, die das Deck auseinander nehmen können. Die meisten dieser Karten werden nur in bestimmen Decks gespielt und somit ist es enorm wichtig das Deck des Gegners zu kennen und seine Hand „lesen“ zu können. Eine überraschende Pyroclasm kann unsere ganze Tokenarmee zerstören und ein Moat die Zombies völlig unbrauchbar machen. Natürlich spielt hierbei Glück eine große Rolle.

Man sollte eigentlich nie mehr als 5 bis 6 Karten boarden, da sonst das Deck
seine Konsistenz verliert (Man sollte nie vergessen, dass man ein Combodeck spielt). Meistens ist es Ancient Grudge, welches man haben will. Ich kombiniere es zusätzlich gerne mit einem Dread Return target, wie zum Beispiel Iona oder der Chosen.
Rausboarden kann man 1 Goglari Thug/Darkblast, 1-2 Careful Study, 1 Dread Return, 1-2 Breakthrough, 1 Land


4.
Dredge ist kein einfach zu spielendes Deck. Zuallererst braucht man die Kenntnis über alle anderen Decks im Format. Um Dredge gut zu spielen, muss man wissen wie das gegnerische Deck spielt, welche Karten problematisch werden könnten und wo sich eine Lücke zum durchstarten (vor allem wichtige in den Spielen 2 und 3) ergibt. Man muss also das Deck des Gegners genauso gut beherrschen wie das eigene. Es gibt keine anderen 75 Karten bei Magic, die Spielfehler vom Gegner gnadenloser bestrafen.
Es gibt unendlich Variationen wie man Dredge spielen kann. Cabal Therapy kann somit auch als „discard outlet“ zählen, wenn man sich selber damit anzielt. Man kann mit Golgari Thug blocken, ihn sterben lassen für Zombietoken und dann aufgrund seiner triggered Ability eine Möben oben auf seine Bibliothek legen, dann mit ihm „dredgen“ und die Möbe isn Spiel bringen. All solche Aktionen erkennt man erst nach langem Üben.
Man muss den Gegner und sich „misshandeln“, um zu gewinnen.
Man sollte dieses Deck nicht in die Hand nehmen, wenn man keine Ahnung von anderen Legacydecks hat, da man sonst schnell in Counter reinläuft oder in eine gutgetimete Crypt. Wenn man es aber spielen kann, dann ist es wohl da unfairste und coolste Deck überhaupt, da es jedes andere Deck zerlegen kann und Sachen wie Tarmogoyf oder andere Schwulitäten ignoriert.


5.
Im folgenden stelle ich nun ein paar MUs vor, so wie ich sie sehe und sie meinen Erfahrungen mit dem Deck entsprechen:

Goblins
Aktuell als eines der stärksten Aggrodecks bei Magic gezählt sind die Goblins kein schlechtes MU für Dredge. Im SB befindet sich häufig das Relic of Progenitus und Extirpate. Trotzdem sollte man Spiel 1 und eins der beiden anderen gewinnen.
65 %

Merfolk
Ein nicht ganz einfaches MU. Cursecatcher und diverse Counter machen
dem Dredgespieler das Leben schwer. Im SB ist Echoing Truth und Relic of Progenitus, welche zusammen ein Problem darstellen können.
45 %

Bant Control (UWG Aggro/Control mit Counterbalance und Sensei’s Divining Top)
BantAggro (UWG Aggro/Control mit Wasteland und Umezawa’s Jitte)
ProBant (UWG Aggro/Control mit Natural Order+Progenitus)
Schwierig zu spielen, da man aufpassen muss, dass man seinen Turn1 Imp/Tribe nicht an einen Counter verliert. Erfahrene Spieler kommen aber recht zügig ins „dredgen“ und gewinnen. Im SB sind Crypt/Relic zu finden.
60 %

Zoo
Recht einfach am Zoospieler vorbeizukommen und ihn eine Tokenarmee hinzuklatschen, da er im ersten Spiel absolut nichts machen kann.
Im SB hat er Relic/Crypt gegen die man Ancient Grudge reinnimmt und zudem noch Ancestor’s Chosen.
70 %

Unknown.dec
Gegen ein komplett unbekanntes Deck zu spielen ist teilweise sehr riskant.
Ist dieses Deck eine Erfindung vom Gegner, so kann die unsinnigsten Karten enthalten und einen richtig „fisten“. Um das zu verhindern gibt es ein paar Strategien:
-Langsam Spielen und die Boardsituation mehrmals durchgehen (Wer hat mehr Kreaturen im Spiel? Wer hat die bessere Ausgangssituation?).
-Das gegnerische Deck mit bekannten Decks vergleichen und Gemeinsamkeiten finden, um die mögliche Deckliste im Kopf zu erstellen.
-Das „Boarden“ des Gegners beobachten (Wie viele Karten nimmt er rein? Playsets oder random 1offs?)
Wenn man im Allgemeinen konzentriert ist und sich nicht ablenken lässt, dann kann man sein MU gegen gurkige Gegner locker um 10-20 % verbessern. Aber wenn man sich anstellt wie der letzte Horst, dann verliert man einfach gegen seine eigene Dummheit.
0-100 %


Zum Schluss noch ein wenig Musik, die das „Dredgen“ perfekt untermalt.
Sei unfair, spiel Dredge!
http://www.youtube.com/watch?v=o6DJ3B80Pd0
http://www.youtube.com/watch?v=xJglaqH5Tno
http://www.youtube.com/watch?v=qWMTEpXjJuo



20 Kommentare

#1ShadowXD   kommentiert:  27.01.2011 - 15:03 Uhr

Wohl das größte Manko dieses Beitrags ist, ist das absolut keine Kartenverlinkungen benutzt werden. Ich glaube nämlich kaum das die Leser die Karten extra bei magiccardsinfo. nachschlagen...

#2Joemaster   kommentiert:  27.01.2011 - 17:35 Uhr

Schließe mich Shadow an. Ich finde es gut, dass du dir die Mühe machst, das Turnierdeck deiner Wahl zu durchleuchten - Hättest du die Karten verlinkt, wäre dir das mit Sicherheit in beeindruckender Weise gelungen. Ohne die Links jedoch wirkt das ganze bisschen halbgar und lieblos. Schade!

#3Trauerthrull   kommentiert:  27.01.2011 - 18:08 Uhr

Für mich als Leser eigentlich ein guter Artikel, abgesehen von den Kartenverlinkungen...allerdings hatte ich auch ein gewisses Grundwissen vom Spielprinzip. Was auf jeden Fall für die fehlt, die das nicht haben: Schreib die KOmbo mit Brücke aus der Tiefe (Bridge from Below) + Narcamöbe (Narcomoeba) + Golgari-Grabtroll (Golgari Grave-Troll) + Abwerfen usw. auf! Jemand, der sich so gar nicht damit auskennt, ist vermutlich durch den ersten Absatz nicht viel schlauer geworden.

#4Jashin   ICQ kommentiert:  27.01.2011 - 18:15 Uhr

Auf channelfireball.com ist gerade heute Teil 1 eines ausführlichen Dredge-Primers erschienen!

#5Dragonlord   kommentiert:  27.01.2011 - 20:45 Uhr

@Verlinkungen: Ja ok.
1.Deck
http://www.deckcheck.de/deck.php?id=20029

2.Deck
http://www.deckcheck.de/deck.php?id=21301

@channelfireball Bericht:
Der schreibt Schmarn. Seine Liste ist überlächerlich mit unsinnigen Slotverschwendungen wie z.B. Hapless Researcher,
Sphinx of Lost Truths und Angel of Despair.
Seine Manabase sagt schonmal alles und dass er keine Ancient Grudge spielt ist sowieso das Dümmste was man machen kann.

Würde diese Grütze niemandem empfehlen.

#6raiden   kommentiert:  29.01.2011 - 16:42 Uhr

Auch wenn mancher denkt, dass der Text so geschrieben sein muss, aber dieses denglisch liest sich sehr bescheiden. Steht ganz im Widerspruch hierzu http://magic.freizeitspieler.de/plaedoyer.php

#7Dragonlord   kommentiert:  29.01.2011 - 18:37 Uhr

@raiden:
Daran sollte man sich, wie ich finde, gewöhnen. Sogut wie jeder den ich kenne spricht/schreibt so, wenn es um Magic geht, da die Originalbegriffe auch alle englisch sind
und sich die deutschen Namen (siehe z.T. Übersetzungen) manchmal arg lächerlich anhören.

Nichtsdestotrotz geht es hier um das Deck "Dredge" und nicht um meinen bzw. irgendeinen Sprachgebrauch.

#8raiden   kommentiert:  29.01.2011 - 18:55 Uhr

Ich hab ja auch nichts gegen das Deck gesagt.

#9Joel, der Franzose   kommentiert:  29.01.2011 - 19:42 Uhr

Das Deck ist das schwulste, was mir je unter die Augen gekommen ist. Ich hasse diesen Decktyp. Trotzdem gut beschrieben {+}

#10Dragonlord   kommentiert:  30.01.2011 - 11:46 Uhr

@Franzose:
Ohne Sinn dein Kommentar. Wieso den "das Schwulste"? (Ironie?) Was ist den am Misshandeln des eigenen Friedhofs und an einer Armee von Zombies schwul?
Danke^^

#11Fireslinger   kommentiert:  30.01.2011 - 12:51 Uhr

@Joel, der Franzose: Ach komm, Sturmkombo ist noch viel hässlicher. Für mich ist Sturmkombo kein Magic, sondern nur noch Mathematik.

@Dragonlord: Guter Artikel. Schade nur um die fehlenden Verlinkungen. Minuspunkte gibt es nur für den unsäglichen Metalcore-Soundtrack.^^

#12Lukas Gigler    Skype kommentiert:  30.01.2011 - 22:59 Uhr

@Dragonlord. Er meint "schwul" nicht im Sinne von "schwul" sondern eher im Sinne von "find ich scheiße", "mag ich nicht".

#13Dragonlord   kommentiert:  31.01.2011 - 13:17 Uhr

@Lukas:
War mir irgendwie schon klar, da ich auch solche Wörter gebrauche, um etwas, dass mir nicht gefällt, zu beschreiben.

#14Titan   kommentiert:  31.01.2011 - 19:06 Uhr

Und ich dachte immer das Burn dein absolutes Lieblingsdeck ist.
Tja so kann man sich täuschen.

#15Dragonlord   kommentiert:  31.01.2011 - 20:34 Uhr

@Titan:
Naya.
Kennst du micht im RL oder was? xD

#16Titan   kommentiert:  01.02.2011 - 23:58 Uhr

ich sag bloß Random-Painter xD

#17Dragonlord   kommentiert:  02.02.2011 - 16:51 Uhr

Wie geil xD

btw:
Ich (wir) vermisse(n) dich beim Legacy.

#18Titan   kommentiert:  02.02.2011 - 17:25 Uhr

Mal gucken wann ich das nächste mal wieder mit am Start bin.
Auf jeden Fall fahr ich zu beiden großen Turnieren nach HH im März.
Diesmal ohne Painter aber mit etwas Neuem.

#19Dragonlord   kommentiert:  02.02.2011 - 20:08 Uhr

Also bei der Mercadiade bin ich 100% am Start.
Bei dem anderen da eher nicht, mal schauen.

#20Brainstorm   kommentiert:  07.02.2011 - 09:35 Uhr

ich finde den artikel gut geschrieben und auch verständlich (aber als legacyspieler )
trz viel lob


Es können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.
(Die Kommentarmöglichkeit ist abgelaufen.)

zurück zur Lese-Ecken-Übersicht
 / zurück zur Startseite
Werbung TRADER – Deutschlands führender Magic-Versand * über 1.000.000 MtG-Einzelkarten auf Lager * ab 50 € portofreier Versand *