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Spielbericht vom 26.02.2009 – Faschings-/Karnevalsabend

von Mario Haßler, 02.03.2009 - 22:34 – Spielbericht · Multiplayer

Nachdem die Conflux-Sammelbestellungen verteilt sind, wenden wir uns weniger ernsthaften Dingen zu: dem heutigen Multiplayer-Abend. Denn der steht heute – mit nur leichter Verspätung – ganz im Zeichen des Karnevals oder Faschings, wie man im Hessenland dazu sagt. Und das bedeutet: Es darf geschunkelt geschmunzelt werden über originelle Decks und Karten aus den sonst verpönten Editionen Unglued und Unhinged.

Erstes Spiel: "Emperor"

Zunächst sind wir zu sechst, und wir starten mit "Emperor". Ich bekomme das Narrenszepter in die Hand und darf über die Generäle Sabine und Stefan verfügen. Uns gegenüber sitzen Siegfried und Axel mit Kaiser Gert. Das Spiel entwickelt sich nicht gerade zu unseren Gunsten, auch wenn Stefan Urzas Brutkasten ans elektrische Netz anschließen kann, um Nashörnern (!) einen guten Start in die raue Welt zu bieten. Doch schon das erste kleine, knuddelige Hörnertierchen, namentlich ein Spiegelsiegel-Feldwebel, bekommt von Gert ein harsches Abbrechen vors Lätzchen geknallt. Derweil bereitet Axel mit einer Ronin-Kriegskeule und dem Minamo-Blickebieger den Auftritt seiner Ninjas vor, die hernach Sabine an den Kragen gehen. Und Siegfried sichert sich mit zwei stinkenden Stinkwurzbolden ab. Ich schicke den Hurloon Wrangler aus meinem Deck "Erlaubtes Glücksspiel" an Sabines Front, da ich mir ziemlich sicher bin, dass Axel sich nicht aller jeansartigen Kleidungsstücke entledigen wird, nur um die Tarnung des Minotauren zu umgehen. Braucht er auch gar nicht, denn Gert experimentiert mit Aggregatzuständen und versetzt meine Kreatur in die Gasförmigkeit. Zuvor hat er dafür gesorgt, dass Stefans Rhox-Leibwächter wie Eingefroren erstarrt, und dank dem Stone-Cold Basilisk erleidet auch Stefan für die Dauer eines Zuges eine vergleichbare Starre (wenn man wohlwollend annimmt, dass "stoned" zu "versteinert" übersetzt wird). "Lesen bildet!" hört man immer wieder, aber dass das was mit Bildhauerei zu tun haben könnte – wer hätt's geahnt?

Jetzt bringt Sabine mit Tibor und Lumia ein Spezialtalent ins Spiel, und ich schicke den Spark Fiend ins Rennen. Nur zwei Runden muss ich bibbern, bis der textlastige Knabe von seinem Würfelfluch erlöst ist. Meine beiden Hühnereier sind hingegen schneller erlöst – durch einen roten Spruch von Sabine, der Tibor und Lumia zu Unheil anstiftet. Macht nichts, mit den Winzigen Dragonauten und einem Schnellfeuerwerk prescht Sabine gegen Axel los, dessen Ninjas ein bisschen scheu sind. Ein Izzet-Chronarch lädt das Schnellfeuerwerk nach, und so ist Axel auch bald schon bezwungen. Derweil bereinigen Gert mit einem Hammelpriester und Stefan mit einem Amulett aus Bant und dem Weg ins Exil den Tisch ein wenig, und Siegfried kann mit seinem Schrecklichen Schlachtfest die einen oder anderen Pluspunkte einfahren und stückchenweise wieder verlieren. Ich freue mich über eine Verrückte Feuerkatze, die mit drei geglückten Münzwürfen 7/7 ist. Nicht so sehr freue ich mich über Gerts Tomorrow, Azamis Vertrauter, der sich die Schimmernden Flügel ausleiht und zusammen mit der Abtrünnigen Seele in tödlicher Manier Sabine angreift. Mit ihrem Ableben ist an dieser Front auch die eine oder andere Kreatur von mir ins Nichts entschwunden, aber Stefan hat eine Steinwerfer-Kolonne engagiert, die nun Runde um Runde unseren Lebenspunktevorteil in den Weg zum Sieg verwandelt. (Man sollte bloß nicht anfangen, darüber nachzudenken, wie Nashörner es schaffen, Steine zu werfen.) Zwar ist Siegfrieds Tiefebenenbasilisk zusammen mit einem Aufgefangenen Sturz eine nervige Sache, doch ein Amulett aus Bant löst auch dieses Problem. Angriff auf Siegfried, Siegfried tot. Gert sieht keine Chance mehr und gibt folglich auf. Sieg für Sabine, Stefan und mich.

Zweites Spiel: "Uhrzeiger-Magic" (4 Spieler)

Ein neues Gesicht haben wir heute zu begrüßen: Sven, einer der Mitgründer der anderen Darmstädter Multiplayer-Runde, gibt sich und uns an diesem Abend die Ehre. Da wir übereifrig waren und schon vor der offiziellen Startzeit zu spielen begonnen haben, allerdings erst deutlich nach jener das Spiel beenden konnten, hat Sven lange Zeit dem bunten Treiben nur zugucken können. Nun steigt auch er ein, und mit ihm auch Christine, und da wir somit zu acht sind, teilen wir uns auf zwei Tische auf. Was Axel, Christine, Sabine und Stefan am Nachbartisch treiben, ist nicht näher bekannt und kann daher in diesem Bericht nicht wiedergegeben werden. Wir entscheiden uns jedenfalls für die Variante "Uhrzeiger-Magic", und jetzt ist mein Deck "Hühnerfarm" an der Reihe. Vor Spielbeginn erinnern wir uns daran, dass wir heute eigentlich so etwas wie Magic-Bingo nebenher spielen wollten, allerdings gab es auf meine diesbezügliche Anfrage per E-Mail kaum Resonanz. Entsprechend schlecht bin ich vorbereitet, und wir saugen uns schnell zwei Bingo-Siegbedingungen aus den Fingern: Wer zuerst Karten mit drei verschiedenen Kartentypen in seinem Friedhof hat und "Bingo!" kreischt, darf sich 5 Lebenspunkte gutschreiben. Und wer zuerst entdeckt, dass sich von jeder Farbe mindestens zwei Karten im Spiel befinden, und ebenfalls "Bingo!" ruft, der darf eine bleibende Karte zerstören. Aus Letzterem wird nichts werden, wie sich bald zeigt, denn weder Rot noch Weiß wird in diesem Spiel zu sehen sein. Aber der Reihe nach.

Sven startet mit S.N.O.T., welches aber dank Gert bald seinen Letzten Schnaufer tut. Ich starte mit Temp of the Damned sowie einem Jumbo Imp, der vielversprechend mit +6 und nur –2 startet, aber schon nächste Runde mit +1 und –5 das Zeitliche segnet. Siegfried klappert mit einer Riesenauster und verliert den dazu passenden Quälbold in einem Dunklen Knall, Absender war auch hier wieder Gert. Mit einer Squirrel Farm lenkt Sven die Aufmerksamkeit der übrigen Spieler auf die Namen der Künstler, die aus unseren geliebten Pappkarten kleine Kunstwerke machen – zu Recht, denn wie sich schnell herausstellt, kennt kaum jemand überhaupt einen Künstlernamen! Aber wofür hat man Karten auf der Hand und im Spiel... und doch gelingt es uns so gut wie nie, den Künstler der vorgezeigten Karte zu erraten – nicht mal bei den Karten, die wir schon mal hatten... Ähem... Bleiben wir also bei handfesteren Dingen wie dem Würfelwurf. Mein Growth Spurt peppt meinen Temp of the Damned nur mäßig auf, dafür kann ich mit Fowl Play Siegfrieds Bronzene Sexbombe in ein Hühnchen verwandeln, und als solches erscheint sie weitaus harmloser. Als sie kurz darauf im Block stirbt, habe ich mit Kreatur+Spontanzauber+Verzauberung die Bingo-Bedingung erfüllt und streiche 5 Lebenspunkte ein. Wo ich schon mal dabei bin, mache ich auch Svens Düsterwaldbaloth zum Hühnchen, was, wie ich danach bemerke, in einer ungünstigen Weise mit meinem Chicken à la King synergiert. Sei's drum, bald wird die Hühnerbestie ohnehin geopfert, und zwar in einem Brandopfer, das dem Infernal Spawn of Infernal Spawn of Evil gewidmet ist. Das hat sich per "I'm coming, too!" Schaden schießend aus der Bibliothek gemogelt, als Sven diese für eine Explosive Vegetation durchsucht hat. Hätte es gar nicht dürfen, wie dem Berichtschreiber jetzt, beim Tippen auffällt. Aber sei's auch da drum, denn die Kinderbestie der Kinderdämon ist nur kurze Zeit ein solcher oder jenes, und dann: ein Hühnchen.

Gert hat in der Zwischenzeit eine Golgari-Keimung in Gang gesetzt und nach einer oder zwei "Übungsrunden" dann auch die Möglichkeiten vom Golgari-Verrottungswurm im Zusammenspiel mit dem Aufsammelkrabbler und einem Golgari-Gildenmagier als Opfertierchen ausgelotet. Siegfried präsentiert Riesenauster Nummer zwei und dann den Verschlinger der Tage, dessen Nachteil kurzerhand abgewürgt wird. Das ist aber alles noch gar nicht gegen das, was Sven noch auf der Pfanne hat. Zunächst kommt Papa Infernal Spawn of Evil, der ja bekanntlich ein Dämon eine Bestie ist. Dann werden vier Eichhörnchen und ein paar weitere Kreaturen für ein Organ Harvest hergegeben, um zusammen mit weiterem Mana aus Sümpfen {s}{s}{s}{s}{s}{s}{s}{s}{s}{s}{s}{s}{s}{s}{s} zu erzeugen. Und die letzten beiden Karten auf Svens Hand sind: die beiden Teile vom B.F.M. (Big Furry Monster)! Das macht nicht nur in der schwebenden Kartenanzeige skurrile Dinge, sondern ist auch in echt eine wahre Wonne – und das umso mehr, als es laut Svens Bekunden nur einmal im Deck ist (also zwei halbe Male)! Aber bleiben wir auf dem Teppich. Ich meine, hey, es ist nichts weiter als eine 99/99-Kreatur, und sie trampelt nicht mal! Außerdem wendet sich Svens Angriff erst einmal gegen Gert und nicht gegen mich. Das Monster bleibt dabei zu Hause, es genügt ganz bescheiden der 7/7-Flieger, um Gert als Ersten auszuschalten. Ich bekomme von Siegfried eine frische Sexbombe geschenkt und kann sie doch nicht zum Bleiben überreden. Dafür habe ich mit einem neuen Jumbo Imp auch einen Flieger am Start und nutze Svens Offensive gegen Gert für eine Gegenoffensive aus meiner Richtung. Ein Growth Spurt soll helfen, aus dem Angriff das Maximum herauszuholen, und tatsächlich legt der Würfel (Achtung, Wortwitz:) eine Punktlandung hin. Sven ist als Zweiter draußen, und im Endkampf gibt Siegfried auf (ich weiß gar nicht mehr, was aus seinem Verschlinger geworden ist) – ein überraschender Sieg für mich.

Drittes Spiel: "2 gegen 2"

Nun wechseln wir zu "2 gegen 2" mit den Optionen "gemeinsame Lebenspunkte" und "Teamblock". Gert ist mein Partner, und wir treten an gegen Sven und Siegfried. Letzterer macht mir mit seinem Magical Hacker große Sorgen, denn ich bin auf heftige +X/+X-Verstärkungen aus, die ich ungern als –X/–X enden sehen will. So starte ich zunächst mit B-I-N-G-O (der Karte, nicht dem Zusatzspiel, das wir auch in dieser Runde beibehalten). Die Gegner halten mit Telepathie und Propaganda dagegen, und ich bin nur ein bisschen traurig, dass Gerts Heimsuchung, in einem günstigen Moment gespielt, auch mein B-I-N-G-O entsorgt. Wichtiger ist, dass der Magical Hacker weg ist, und so bekommt mein Our Market Research Shows That Players Like Really Long Card Names So We Made This Card to Have the Absolute Longest Card Name Ever Elemental seinen glanzvollen Auftritt mit Wordmail, macht 27/27 (und "Art rampage 2"!) für schlappe vier Mana. Da zahlt man gerne mal {2} für einen Angriff trotz Propaganda. Die Gegner lassen freundlicherweise die Verteidigung missen, und Svens Mizzium-Selbstumwandler weiß nicht mal, in was er sich verwandeln soll. Den Rest besorgt Gerts Dunkler Sog – ein schneller und schnörkelloser Sieg für Gert und mich.

Viertes Spiel: "Verräter"

Der Nebentisch ist in Auflösung begriffen, einzig Stefan bleibt übrig und gesellt sich wieder zu uns. Wir spielen "Verräter", und Gert ist der Fürst. Er sichert sich mit einer Speermauer ab und lässt mit Artefaktländern einen Meister des Ätheriums schnell wachsen. Sven hat sich den Eseln verschrieben und kommt nach Cheap Ass und Smart Ass mit einem Fat Ass, für den er sich extra was zu knabbern mitgebracht hat. Ich habe wieder zur "Hühnerfarm" gegriffen, aber mein Spielanteil ist mit einem Temp of the Damned mit "Schwund" 1 und einem Chicken à la King eher mäßig. Stefan setzt auf Wagnis und verliert – zumindest ist nicht anzunehmen, dass er Krarks Daumen gerne abgeworfen hat. Immerhin kann er eine Goblinbombe nachlegen, auch wenn diese im Laufe des Spiels immer wieder markenlos zu sehen sein wird. Mit Old Fogey baut Siegfried auf nostalgische und exotische Fähigkeiten, und gerade, als der alte Dinosaurus mal wieder nicht zu sehen ist, spielt er einen weiteren aus. Das ruft jedoch den Verräter auf den Plan. Es ist Sven, der den Kreaturenzauber neutralisiert, Stefan Krarks Daumen nimmt (hat er doch noch einen bekommen) und Fürst Gert zehn Lebenspunkte schenkt. Der ist aber auch ganz ohne Hilfe in einer soliden Position. Er kann Tezzeret den Sucher an seine Seite holen und bald schon seine Artefakte (und dazu zählen wie gesagt auch die Länder) zu 5/5-Monstern machen, die mal eben an meine Tür klopfen und mich plätten.

Damit hat Tezzeret allerdings auch sein Pulver verschossen, und er benötigt eine ganze Weile, um wieder Kraft zu tanken. In der Zeit versucht Siegfried, mit "Ach! Hans, Run!" ein paar fiese Fieslinge gewinnbringend ins Spiel zu rufen. Als Erstes kommt ein Gletscherüberspannender Wurm, und sein Angriff wälzt Sven nieder. Doch Gert rächt den Tod seines Gefährten durch einen Gegenangriff mit einem 11/11 Meister des Ätheriums, und das bedeutet Siegfrieds Tod. Vor ein paar Runden hat Stefan noch an eine Begegnung mit dem Glück geglaubt, nun begegnet ihm Gerts Bronzene Sexbombe per Schenkung. Das klopft Stefans Lebenspunkte weich, und ein weiterer Angriff mit dem Ätheriums-Meister, jetzt 12/12, macht ihm schließlich den Garaus. Zum ersten Mal ist Gert in der Prinzenrolle Fürstenrolle siegreich, und diesen Sieg teilt er sich mit Sven.

Der Abend ist damit schon zu Ende, aber es bleibt ganz klar festzuhalten: Spaß hat's gemacht! Helau!



5 Kommentare

#1Angriffszeppelin    ICQ kommentiert:  03.03.2009 - 20:26 Uhr

Ebenfalls ein kräftiges Helau (^^)! Wieder einmal ein gelungenes stückchen Literatur auf dieser Seite! Meinen Glückwunsch. Mach weiter so und lass dich nicht unterkriegen -.-' .

#2Suncrusher    ICQ Skype kommentiert:  03.03.2009 - 21:26 Uhr

Wie lang hast du eigentlich gebraucht den Namen zu tippen^^?
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#3Mario Haßler     Online-Magic Skype kommentiert:  04.03.2009 - 09:21 Uhr

Danke für das Lob!

Was den Kartennamen angeht: magiccards.info öffnen, "our market" ins Suchfeld eingeben, Eingabetaste, dann Kopieren und Einfügen per Maus. 8-)

#4Lord Dralnu    kommentiert:  04.03.2009 - 21:31 Uhr

@Mario: Fauler Sack^^(sich daran erinner wer diese Seite zusammengeflickt hat) äääähhhhh^^

#5Eiternder Goblin   ICQ kommentiert:  14.03.2009 - 15:02 Uhr

Das scheint ja spaßig gewesen zu sein, ich versuche schon länger mal ein paar Freunde überreden zu wollen, dass wir uns Unhinged, Unglued Decks holen, aber das wird anscheinend nichts.^^


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