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Neues vom Sagenhändler (Lore Broker): Neujahrsresolution

von Jashin, 11.01.2015 - 16:37 – Allgemeines · Meinung

Es wurde Abend und es wurde Morgen und endlich war 2014 zu Ende.
Mannomann, was für ein Jahr: Abschlussprüfung, Umzug, neue Stelle, 300 Namen, die man neu lernen musste (am besten in drei Tagen…). Aber nun ist der Stress vorbei und die Eingewöhnung hat stattgefunden, also ist es mal wieder Zeit ein Lebenszeichen von sich zu geben:

Ich bin noch da!

Und auch wenn ich nicht mehr so viel Zeit wie früher habe – das zweitbeste aller Spiele beschäftigt mich immer noch!

Ich hatte erst überlegt an dieser Stelle einen kleinen Jahresrückblick zu geben, aber wie bereits angedeutet fand Magic in diesem Jahr kaum statt. Stattdessen schreibe ich einfach mal meine Vorhaben für das neue Jahr nieder:

1. Weniger Zeit verschwenden!
Das Internet bietet eine fast endlose Zahl an magicbezogenem Content. Man kann jeden Tag diverse Artikel lesen, Leuten beim Spielen zuschauen und in neuen Decklisten rumstöbern. Ich gebe zu, dass ich das auch fleißig mache. Aber im Lauf des letzten Jahres ist mir bewusst geworden, wie viel davon doch eigentlich Mist ist. Beispielsweise sind die ganzen Commanderartikel doch im Grunde nur Auflistungen von Einzelkarten, nur sehr selten wird etwas geboten, was einen Mehrwert bietet und von dem man etwas lernen kann. Auch die vielen Draftvideos sind häufig spielerisch wenig wertvoll. Die Kommentare zu den Picks während des Drafts sind je nach Anbieter wenigstens teilweise noch brauchbar, aber die anschließenden Spiele kann man sich in der Regel echt sparen. Daher mein Vorsatz fürs neue Jahr: Weniger Mist lesen/schauen. Ich verzichte Commander-Deckbau-Artikel, Conley-Woods-Artikel, Draftvideos von LSV, Toffeldraft, Abe Sergant-Texte, Turnierberichte von Pros und noch viel mehr von dem ganzen Quark. Weniger ist mehr! Gelesen werden nur noch Pischner-Artikel, weil der wirklich was zu sagen hat, alles von Travis Woo, weil dessen Decks wirklich unterhaltsam sind, Caleb Durward, weil ich da irgendwie am meisten mitnehme und von der Mutterseite Maro und Uncharted Realms. Alle anderen Beiträge klicke ich nur noch an, wenn das Thema wirklich interessant ist! Die gewonnene Zeit wird genutzt mehr gute Bücher zu lesen oder hochwertige Serien zu schauen.
(Es kann natürlich sein, dass das Schreiben dieser Zeilen hier auch gerade Zeitverschwendung ist, da es sich vielleicht ja auch um einen dieser überflüssigen Magicartikel handelt. Aber zum Glück sind wir ja alle einzigartig und unterliegen daher einer subjektiven Wahrnehmung – nur weil ich etwas im Grunde überflüssig finde, muss das für dich ja nicht gelten…^^)

2. Mehr Mulligans nehmen
Ich ärgere mich häufiger darüber keinen Mulligan genommen zu haben als umgekehrt. Daraus lässt sich ableiten, dass ich die eine Karte mehr auf der Hand zu hoch bewerte, die Fähigkeit mit einer Starthand einen vermutlich wirkungsvollen Plan schmieden zu können hingegen zu niedrig. Daher nehme ich mir für die Zukunft vor, noch intensiver über Starthände nachzudenken. Das gilt jetzt natürlich nicht für die einfachen Fälle, wie Ein-Land-Hände oder kreaturenlose Hände (so lange es kein Burn- oder Kontrolldeck ist), sondern für die Fälle dazwischen. Die Hände, die dann erst so richtig durchstarten, wenn man das eine Land noch früh genug zieht. Oder die Aggrohände, die eigentlich noch ein Removal bräuchten, um sicherzustellen, dass man am Anfang auch durchkommt. Gerade Matchups, die kaum in zugestellten Boards enden und daher nicht lange dauern, werden häufig schon mit der Starthand entschieden, über die ich aber oft nicht lange genug nachdenke.
(Dieser Punkt ist natürlich auch wieder subjektiv. Wenn du sehr häufig Mulligans nimmst, dann probier doch mal das Gegenteil aus. Travis Woo beispielsweise hält sehr viele Hände, weil er der Meinung ist, dass er die relevanten Teile häufig noch nachzieht.)

3. Tiny Leaders ausprobieren
Das Commanderformat begünstigt durch seine Regeln naturgemäß gewisse Deckarchetypen. Man hat 40 Leben und daher genügend Zeit in aller Ruhe große Manamassen zu sammeln und damit maximal große Dinge auszuspielen (oder aber viele, viele kleine hintereinander). Das sorgt dafür, dass gerade Aggrodecks sehr schlecht aufgestellt sind.
Clevere Menschen haben aber eine Abwandlung des Formats entwickelt, die mir sehr sympathisch erschien, als ich vor kurzem darüber gelesen habe. Das Format hat den Namen Tiny Leaders erhalten, weil es sich dabei um ein Commanderformat handelt, bei dem nur Karten mit umgewandelten Manakosten von 3 oder weniger erlaubt sind. Auf diese Weise sind die ganzen typischen Big-Plays aus dem traditionellen Commanderformat nicht möglich, was zu einem gesünderen Format führt, in dem auch wieder Aggro, Tempo und Midrange eine Chance haben. Man startet auf 25 Leben und spielt mit 50 Kartendecks. Das hat den netten Nebeneffekt, dass man kein 100-Kartendeck mehr mischen muss und sorgt für fokussiertere Decks, die aber natürlich immer noch nur aus One-ofs bestehen dürfen.
Ich für meinen Teil finde das Konzept interessant und habe direkt einem Freund davon erzählt, so dass wir uns beide ans Deckbauen machen (werden). Wer mehr erfahren will, googelt einfach Tiny Leaders, aber bitte nicht beschweren, wenn ich euch infiziert habe…
(Deckbauen ist übrigens keine Zeitverschwendung sondern ebenso wertvoll wie Lego-Bauen.)

4. Vielleicht mal in Magic-Online reinschnuppern?
Das ist kein fester Vorsatz, sondern eher so eine Idee, die ich schon seit längerem habe. Drei Dinge haben mich bisher davon abgehalten:
1. Ich will eigentlich nicht parallel zu den realen Karten noch Geld in virtuelle investieren – das Hobby ist schon so kein ganz günstiges und von den virtuellen Karten hat man noch viel weniger als von den realen, die auch schon sehr lange in dunklen Kartons lagern.
2. Man liest ja überall nur, wie katastrophal schlecht und benutzerunfreundlich das Programm ist und darauf habe ich eigentlich keine Lust.
3. Die Gefahr ist groß, dass man plötzlich viel zu viel Zeit damit verbringt, weil es ja rund um die Uhr verfügbar ist.
Vielleicht hat ja jemand von euch Erfahrungen mit dem Programm gemacht und kann davon in den Kommentaren berichten? Ich schwanke weiterhin, ob ich mir das antun will…

So, das waren meine magicbezogenen Pläne für 2015. Ich bin mal gespannt, was ich davon umsetzen kann!

Euch allen ein ertragreiches 2015!

Jashin










Addendum:

Da 2015 begonnen hat, ist logischerweise 2014 rum. Deshalb im Folgenden die besten Alben des Jahres 2014:

Diese drei Alben haben es knapp nicht geschafft:
OpethPale Communion: Ganz weit weg vom Black Metal der vergangenen Tage halten Opeth 2014 die Fahne des Progressive Rock hoch. Das allein ist aller Ehren wert, reicht aber nicht ganz für die Top 10. Trotzdem natürlich ein gutes Album mit zwei genialen und sechs immer noch guten Songs.
Steven WilsonCover Version: Das Album stammt zwar aus 2014, die Musik darauf sind aber zwölf Lieder, die Wilson schon davor aufgenommen hat. Er versammelt hier sechs Coverversionen bekannter Künstler und stellt ihnen sechs Eigenkreationen gegenüber. Aus der Masse ragen seine Version von Alanis Morissettes Thank You und das The Cure-Cover A Forest, das sogar noch gruseliger als das Original ist, heraus. Alleine für die beiden Songs hat sich der Kauf gelohnt, auch wenn das Gesamtwerk nicht in den Top 10 ist. Ende Februar kommt übrigens das nächste „reguläre“ Album Wilsons heraus…
AntemasqueAntemasque: In einer besseren Zeit existierte eine Band namens The Mars Volta, die für einige der kreativsten musikalischen Erzeugnisse überhaupt verantwortlich waren. Jetzt sind die beiden Hauptverantwortlichen Omar Rodríguez-López und Cedric Bixler-Zavala mit einer neuen Band zurück. Die Musik ist nicht mehr ganz so kreativ, dafür aber punkiger und damit zugänglicher. Mein elfter Platz in diesem Jahr.


Und hier nun die Top 10-Alben aus 2014:

10. BADBADNOTGOODIII: Ich höre ja eigentlich keinen Jazz, aber diese drei Jungs haben etwas Chaotisches an sich, das mich bei jedem Album erneut fasziniert.

9. SólstafirÓtta: Episches Konglomerat aus Metal, Prog und purer Traurigkeit aus Island.

8. CreepersLush: Letztes Jahr waren alle voll des Lobes für Deafhavens Album Sunbather – mir was das aber immer noch zu viel Black-Metal-Gekeife. Dieses Jahr haben aber zwei der Bandmitglieder ein weniger heftiges, noch stärker vom Shoegaze geprägtes Album veröffentlicht, das mir wirklich gut gefällt. Lush gibt es allerdings nur auf Bandcamp…

7. TychoAwake: Dieser Däne erzeugt einfach dermaßen gechillte elektronische Soundscapes, ohne dabei jemals das Gefühl für die Melodie zu verlieren, dass sich Awake perfekt als Hintergrundmusik für jegliche Tätigkeit eignet.

6. The War On DrugsLost in the Dream: Letztes Jahr war es Kurt Vile, diesmal ist es sein ehemaliger Bandkollege Adam Granduciel, der für die nötige Portion Psychedelic-Rock sorgt. Klingt manchmal auf gute Weise auch nach Bruce Springsteen oder Bob Dylan.

5. InterpolEl Pintor: Interpols Turn On the Bright Lights gehört sicherlich zu den besten Debutalben aller Zeiten. Leider hat die Band dieses Niveau nie wieder erreicht. Aber mit El Pintor haben sie wieder in die Spur zurückgefunden. Der düstere, dringliche Postpunk klingt endlich wieder so wie in 2002, auch wenn sie wohl nie wieder ein zweites Say Hello to the Angels schreiben werden…

4. La DisputeRooms of the House: Ich hätte nie gedacht, dass mir ein (Post-)Hardcore-Album gefallen würde, aber dieses hier (im Gegensatz zum hoch gelobten Vorgänger Wildlife) ist wirklich großartig. Die Musik ist klasse (und klingt in ihren besten Momenten sogar irgendwie nach Slint) und die Texte, die das alltägliche Leben während amerikanischer Naturkatastrophen beleuchten, sind auch toll.

3. Thee Silver Mt. Zion Memorial OrchestraFuck Off Get Free We Pour Light on Everything: Postrock vom feinsten: Laut, intensiv, manchmal dissonant und dann wieder ganz leise. Efrim Menuck ist ein Genie.

2. AlcestShelter: Noch so eine ehemalige Black Metal Band (diesmal eine französische), die im Lauf der Zeit einen Sinn für die sphärischen Elemente entwickelt hat. Das gipfelt hier in einem lupenreinen Shoegaze-Album, von Metal ist eigentlich gar nichts mehr zu spüren, was ich natürlich begrüße. Der Song Opale ist einfach göttlich.

1. TotorroHome Alone: Vier Franzosen, die in schlichter Instrumentierung Postrock machen, dabei aber so viel aus den Instrumenten rausholen und ein dermaßen gutes Gespür für Rhythmus und Struktur haben, dass die acht Songs zu 33 perfekten Minuten verschmelzen. Habe ich im letzten Jahr rauf und runter gehört.



1 Kommentar

#1pilota1975   kommentiert:  12.01.2015 - 21:33 Uhr

Ciao Jashin ,

auch Dir (@alle) ein frohes neues Jahr. Ein schòner Bericht zur Zeit der Besinnung. Vorab eine kleiner Entschuldigung fuer eventuelle Rechtschreibfehler , meine Muttersprache ist italiano und hier gilt die Regel : deutsche Sprache, schwere Sprache! Ich komme eigentlich aus dem Pokerbereich , dieser ist aber in vielen Punkten auffàllig vergleichbar.

1. Punkt Zeitverschwendung: Wer mehr Zeit hat kann auch mehr Verschwenden , "Zeit ist Geld" gilt eigentlich nur fuer Profis. Ein Hobby nimmt immer Zeit in Anspruch , wieviel Zeit jemand fuer sein Hobby "vergeudet" ist individuell.

2. Mulligans : Starthànde sind das 1x1 um ein Spiel zu beginnen , aber nicht zwingend Ausschlagebend (umso mehr Spieler gegeneinander antreten , desto weniger stark wird die Starthand. Das nachziehen der richtigen Karten bzw. der
"Flop" ist bei mehreren Spielern ausschlaggebend. Wenn ich beim Pokern mit AA eròffne und 3 spieler "sehen" bin ich mit AA fast immer im A.. , natuerlich spielt man Magic fast immer 1vs.1 und dies bedeutet man sollte eine "relativ"gute Starthand nicht unterbewerten.
Fazit: lieber weniger Mulligan, als zu viel.

3. Neue Formate sind zwar immer nett , aber meist "Zeitverschwendung". Hauptursache : Man findet kaum andere Spieler die sich mit diesem Format auskennen.

4. Magic Online oder Pokerstars sind ein netter Zeitvertreib. Die Kosten sind allerdings zu hoch und oft erst spàt zu bemerken. Nur fuer Spieler mit "sehr" viel Zeit zu empfehlen.

5. Musica

Mit meinen 39 Jahren bin ich eher konservativ : hier meine Top 3

1. Sade ( Cherish the Day , No ordinary love )
2. Bruce Springsteen ( Paradise , gerade durch die Attentate sehr aktuell )
3. Fela Kuti ( Affro Jazz , Sorrow Tears and Blood , ein einzigartiger Kuenstler:-) aus Nigeria )

Tanti Saluti!


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